Private Equity
„Casino Donald“ ist wieder da

Donald Trump hat es wieder einmal geschafft. Erneut wird eine Bank seine Kasinos retten. Doch das bedeutet nicht, dass der Markt für andere Private Equity-Finanzierungen wieder in Gang kommt. Andere Buyout-Firmen dürften keine so große Mühe darauf verwenden, ihre gescheiterten Unternehmen wiederzubeleben.
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Donald Trump ist wieder auferstanden. Der Casino-Mogul, der zum Star des Reality-TV geworden ist, hat - wieder einmal - eine Bank dazu überreden können, einen Kredit umzustrukturieren, so dass seine Kasinos in Atlantic City im US-Bundesstaat New Jersey sich der Insolvenz entledigen können. Das hört sich jetzt zwar nach einer ermutigenden Wiederkehr des Risikohungers der Kapitalgeber an. Doch müssen damit nicht notwendigerweise gleich auch die Finanzierungen für Private Equity-Firmen, die nach einer Lösung für die Probleme ihrer eigenen Problemkinder suchen, wieder in Gang kommen. Und Buyout-Unternehmen dürften auch auf jeden Fall weniger stark daran interessiert sein, ihre abgestürzten Unternehmen wieder aufzurichten.

Trump Entertainment Resorts war im Februar zum dritten Mal in die Insolvenz abgerutscht. Ein Streit mit den Anleiheinhabern hatte Trump zum Rückzug veranlasst. Anschließend bot Trump 100 Mill. Dollar, um die Firma zu kaufen. Das Unternehmen willigte ein und lehnte eine Konkurrenzofferte der Anleiheinhaber ab. Als Teil der Abmachung erklärte sich die Beal Bank Nevada bereit, die Laufzeit eines Kredits über 486 Mill. Dollar zu verlängern.

Natürlich versuchen auch viele andere Investoren, wie etwa Buyout-Unternehmen, ihre Kredite umzuschulden. Nur haben Buyout-Firmen jetzt viel größere Schwierigkeiten damit. Die Deutsche Bank kämpfte mit harten Bandagen, bevor sie sich auf die Konditionen eines Schuldenswaps einließ, den Kellwood, ein Textileinzelhändler im Besitz der Beteiligungsgesellschaft Sun Capital, vorgeschlagen hatte. JPMorgan geht vor dem Insolvenzgericht gegen die Kabelgesellschaft Charter Communications vor, um einen Plan zu vereiteln, der die vorrangigen Gläubiger der Firma benachteiligen würde.

Aber vielleicht ist die Beal Bank Nevada nachsichtig gegenüber "The Donald", weil die Kasinos so eng mit seiner Marke verbunden sind. Er leitete die Firma seit Jahrzehnten. Andere Investoren könnten deshalb zögern, sich auf Immobilien, die so direkt mit ihm assoziiert werden, zu stürzen. Im Gegensatz dazu haben sich ganze Scharen von Beutegeiern über andere gescheiterte Unternehmen hergemacht. Nortel, zum Beispiel, hat jüngst mehrere Gebote für eine Telekom-Tochter erhalten, die sie im Zuge des Insolvenzverfahrens verkauft hat. Und Trump mag unter den ganz Wenigen sein, die überhaupt an eine Zukunft der Kasinos glauben. Die Banken werden es daher zwar nicht gerade begrüßen, ihn zu unterstützen. Aber er könnte ihre größte Hoffnung auf eine mögliche Erholung verkörpern.

Beteiligungsgesellschaft profitieren außerdem nicht so stark davon, wenn sie in einem langwierigen und teuren Prozess gescheiterte Firmen in ihren Portfolios wiederbeleben. Daher ziehen sie es oft vor, sie den Gläubigern zu überlassen und die nächsten Ziele ins Visier zu nehmen. Trumps Ego und seine Marke geben ihm dagegen einen stärkeren Anreiz, bei seinen Anstrengungen noch einen Schritt weiter zu gehen. Aller guten Dinge sind drei - die Beal Bank Nevada muss nun darauf hoffen, dass dieses Sprichwort auch für Trump gilt.

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