Private Equity
Die Zeit verrinnt

Private Investitionen in angeschlagene Finanzinstitute scheinen an Schwung zu gewinnen. Und dass Firmen wie Paulson & Co und Carlyle Kapital sammeln, könnte auf eine Änderung der Stimmungslage hindeuten. Aber ein Verschuldungsgrad im Stil der Banken macht die Wahl des richtigen Zeitpunkts zum alles entscheidenden Aspekt. Schlechtes Timing kann eine Investition zunichte machen – oder man verpasst den Zug gleich ganz.

Die geschickte Wahl des Zeitpunkts ist beim Investieren immer hilfreich. Aber festzustellen, wann ein Markt die Talsohle erreicht, ist besonders Ausschlag gebend für diejenigen, die sich gerne als Retter von Finanzfirmen präsentieren möchten. Hier kann falsches Timing schnell eine Investition komplett zunichte machen. Die Bemühungen, es richtig hinzukriegen, scheinen an Schwung zu gewinnen

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In dieser Woche haben sowohl Carlyle Group als auch Sageview Capital kleine Investitionen in Finanzfirmen vorgenommen. Mehrere Fonds, darunter Carlyle, Kohlberg Roberts und Permira verstärken ihre Finanzdienstleistungsteams. Zudem könnte sich die Stimmung gedreht haben. Darauf mag die Tatsache verweisen, dass Firmen wie der Hedge Fonds Paulson & Co, der Milliarden mit Baisse-Wetten verdient hat, nun verstärkt nach Mitteln Ausschau halten, um in an Kapitalmangel leidende Finanzgesellschaften zu investieren.

Da können schon ein paar Monate einen gewaltigen Unterschied ausmachen. Ein Verschuldungsgrad im Stil der Banken - viele haben über zehn Mal mehr Verbindlichkeiten als Eigenkapital - bedeutet, dass kleine Ausschläge bei den Kreditkonditionen große Auswirkungen auf die Eigenkapitalposition haben. Einige Firmen, die früh in angeschlagene Banken investiert haben, haben die Deals strukturiert, um sich selbst zu schützen, falls die Bilanzen der Banken sich verschlechtern. Aber selbst mit einem Puffer braucht es einfach Zeit, bis die großen Verluste langsam wieder ausgeglichen werden können. Und die Verschuldung wirkt in zwei Richtungen. Die Banken brauchen die privaten Investoren nicht, um ihre Bilanzen zu stützen, wenn sich die Kreditbewertungen wieder erholen, wie geringfügig auch immer. Investoren, die sich zulange passiv verhalten, könnten die Chance komplett verpassen.

Die Vorgehensweise unterscheidet sich ein wenig vom traditionellen Investitionsstil der Beteiligungsgesellschaften, bei dem die Investoren festlegen, wie hoch der Einsatz von Fremdkapital sein soll und dann ihre Portfolio-Gesellschaften dementsprechend steuern. Es ist denkbar, dass TPG, die in Washington Mutual investiert hat und dort im Board vertreten ist, bei dem neuen Plan der Bank mitgemischt hat, demzufolge die jährlichen Kosten um eine Mrd. Dollar gedrückt werden sollen. Aber die meisten Retter von Finanzfirmen haben bisher noch keine Kontrollmehrheit. Und außerdem könnten die Auswirkungen von Kostensenkungen klein ausfallen im Vergleich mit den Veränderungen bei den Bewertungen der Kreditportfolios der Banken. Es könnte also sein, dass das Timing der Retter schon bald einer Prüfung unterzogen wird.

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