Private Equity
Gemischte Gefühle

Permira zahlt einen Aufschlag für eine Mehrheitsbeteiligung an der Pay-TV-Firma NDS, die zum Medienreich von Rupert Murdoch gehört. Aber der Übernahme-Spezialist bekommt nicht viel für sein Geld.

Der Kauf von NDS durch Permira ist keine gewöhnliche fremdfinanzierte Übernahme. Wenn alles gut geht, kann die Akquisition über 3,7 Mrd. Dollar der in den USA notierten Firma für Pay-TV-Technologie die Beteiligungsgesellschaft reich machen. Aber sie vermittelt ein düsteres Bild über die Zukunftsaussichten der einst so üppig blühenden Übernahme-Firmen.

NDS gehört zu News Corp, dem Medienreich unter der Herrschaft von Rupert Murdoch. News Corp ist im Besitz von 96 Prozent der NDS-Stimmrechte. Aber die Mediengruppe kriegt trotzdem nicht, was sie wirklich will: den Zugang zu 700 Mill. Dollar an Barem in der Bilanz des Unternehmens. Denn als Mehrheitsaktionär kann sich News Corp nicht selbst eine Dividende zahlen, ohne dafür vom Fiskus abgestraft zu werden.

Auftritt Permira: Die Private Equity-Gesellschaft soll als der Hammer funktionieren, mit dem News Corp dieses Sparschwein zerschlagen will. NDS soll vom Kurszettel genommen werden, lautet der Plan. Demnach wird NDS zunächst ihren öffentlichen Aktionären 302 Mill. Dollar aus eigenen Barmitteln zahlen. Permira wird dann weitere 918 Mill. Dollar dazu legen, während sie News Corp 1,8 Mrd. Dollar für ein Drittel ihres Mehrheitsanteils zahlt.

Alles in allem wird Permira letzendlich knapp eine Mrd. Dollar an Eigenkapital für einen 51-prozentigen Anteil an einer Firma aufwenden, der zu etwa der Hälfte mit neuen Verbindlichkeiten finanziert ist. Das ist ganz schön weit entfernt von dem Verhältnis zwischen Fremd- und Eigenkapital von 5:1, das früher drin war, als die Beteiligungsgesellschaften ihre Blütezeit hatten.

Aber Permira verschafft sich doch wenigstens einen Mehrheitsanteil, oder? Vielleicht. Aber in Wirklichkeit wird sich die Beteiligungsgesellschaft die Stimmrechtskontrolle mit News Corp teilen müssen. Es ist nicht klar, wer über die alles entscheidende Stimme verfügt. Da mit News Corp verbundene Firmen im vergangenen Jahr 37 Prozent zum NDS-Umsatz beigetragen haben, könnte man allerdings eine Vermutung wagen.

Darüber hinaus blättert Permira tatsächlich mehr hin, als das Preisschild vermuten lässt. In ihren Zahlungen an News Corp sind hochverzinsliche Notes enthalten, deren Wert sich schnell aufbläht - in fünf Jahren wird sich der momentane Nennwert von 242 Mill. Dollar verdoppelt haben, wodurch sich der Aufschlag, den die Buyout-Firma zahlt, um letztendlich doch nur eine Teilkontrolle zu erlangen, weiter erhöht.

All dies sagt nicht viel darüber aus, wo die Private Equity-Branche in der Welt nach der Kreditkrise steht. NDS mag sich angesichts des Aufstiegs des digitalen Fernsehens als gute Investition erweisen. Aber wenn man aus dem Begriff des Leveraged Buy-out, sowohl die Komponente "Leveraged", also die durch den Einsatz von Fremdkapital erreichte Hebelfunktion, als auch den "Buy-out" streicht, bleibt nicht mehr allzu viel übrig.

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