Private-Equity-Strategie der Banken
Banker, bleib’ bei deinem Leisten

Citigroup und Merrill Lynch überdenken ihre Private-Equity-Engagements. Citigroup verkauft Teile ihres Portfolios. Merrill plant, Drittpartei-Investoren hereinzunehmen anstatt eigenes Geld einzusetzen. Beide Schritte sind angesichts der Kapitalknappheit sinnvoll. Es erinnert die Banken auch daran, sich nicht allzu weit von ihrem eigenen Terrain wegzubewegen.

Den Banken fehlt es an Kapital. Daher ist es logisch, dass zwei der am stärksten in Mitleidenschaft gezogenen Finanzinstitute – Merrill Lynch und Citigroup – ihre Ausgabenmuster bei Beteiligungsgeschäften überdenken. Merrill verlegt ihre Strategie darauf, bei Private-Equity-Abschlüssen Drittpartei-Investoren heranzuziehen und nicht nur ihre eigene Bilanz einzusetzen. Und Citigroup verramscht einen Teil ihrer Portfolios. Beide Schritte sind sinnvoll, da Kapital knapp ist und die Aussichten für Übernahmen düster sind. Und sie sollten die Banken auch daran erinnern, dass es, wenn die Zeiten härter werden, wie ein Fehler aussehen kann, wenn man sich vom gewohnten Terrain entfernt.

Die PE-Strategie von Merrill hat schon immer den Eindruck hinterlassen, als ob die Firma bei einem Marktabschwung in einer gewagten Position zurückbleiben könnte. Die Bank hatte ihre eigene Bilanz eingesetzt, um in Abschlüsse zu investieren, anstatt bei externen Investoren Geld zu sammeln. Das kann sich in einem boomenden Markt auszahlen, wenn die Dividendenrekapitalisierungen und Börsengänge schnell auf die Übernahme folgen und die liquiden Mittel nicht lange gebunden sind. Merrill hat etwa mit Hertz abgesahnt, weil die Bank die Rekapitalisierung und die Erstemission innerhalb von einem Jahr durchgezogen hat.

Aber als sich der Markt gedreht hat, ist Merrill vermutlich auf einigen illiquiden PE-Vermögenswerten sitzen geblieben. Das ist ein weiterer wunder Punkt für eine Bank, die CDOs über mehr als 30 Mrd. Dollar in ihren Büchern hatte, als der Markt im Sommer zusammenbrach. Chief Executive John Thain hat in dieser Woche angekündigt, er werde die Strategie von Merrill darauf ausrichten, dass die Bank für zukünftige PE-Investitionen externe Quellen anzapfen wird, anstatt nur die Bilanz der Firma dafür heranzuziehen.

Auch die Citigroup räumt bei ihren Beteiligungsportfolios auf. Zeitungsberichten zufolge steht die Bank in Verhandlungen über den Verkauf von zwei Portfolios über 1,4 Mrd. Dollar. Das ist keine schlechte Idee. Keines der beiden Portfolios stammt aus Citigroups eigenen PE-Fonds – eines ist ein Portfolio von Nikko Cordial, das die Bank im Zuge der Übernahme der japanischen Firma erworben hatte. Das andere ist ein altes Citigroup-Portfolio, das jetzt von einer ausgelagerten Beteiligungsfirma geführt wird. Unbenötigte Vermögenswerte zu verkaufen, ist ein guter Weg, ein bisschen Extra-Geld einzufahren.

Aus den Schritten von Merrill und Citigroup lässt sich eine Lehre nach der Kreditkrise ziehen. Banken und andere Finanzgesellschaften verlassen in guten Zeiten oft ihr vertrautes Gelände – da lässt sich auch noch nebenbei gut ein bisschen Geld verdienen. Aber das ist viel schwerer, wenn sich die Märkte drehen. Es gibt Banken, die groß und langfristig im Beteiligungsgeschäft engagiert sind. Für alle anderen aber ist es sinnvoll, ihr Engagement zurechtzustutzen.

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