Private Equity
Wende zum Guten

Blackstone hat erneut einen Verlust vorgelegt. Aber die Managementgebühren entwickeln sich stetig und bieten so eine stabile Basis für die Bewertung. Der jüngste Kursanstieg bei den Aktien der Beteiligungsgesellschaft deutet darauf hin, dass sich die Investoren einer Wende zum Besseren hin bewusst geworden sind.
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Das erste Quartal von Blackstone spiegelt eine nüchterne, aber stabilere neue Wirklichkeit wider. Der Blue Chip unter den Beteiligungsgesellschaften wies erneut einen Verlust aus. Aber die Management-Gebühren entwickeln sich stetig und liefern damit eine stabile Bewertungsbasis. Und auf Performance-Gebühren setzt ohnehin niemand. Die positive Einstellung, die die Investoren der Firma in den vergangenen Wochen entgegengebracht haben, könnte gerechtfertigt sein.

Natürlich bedeutet dies nicht, dass bei der Quartalsvorlage nur gute Nachrichten verkündet wurden. Blackstone schrieb im Immobilienbereich Performance-Gebühren über fast 230 Mill. Dollar ab. Die Chancen auf einen Exit sind wie bei anderen Private-Equity-Firmen äußerst spärlich gesät.

Aber die Beständigkeit, mit der sich die Management-Gebühren der Firma in den Segmenten Private Equity und Immobilien entwickeln, sollte die Anteilseigner zuversichtlich stimmen. Die Private Equity-Gebühren etwa schwankten in den vergangenen fünf Quartalen lediglich um zwei Prozent. Und nachdem im vergangenen Jahr ein neuer Fonds geschlossen wurde, sehen die Immobilien-Gebühren genau so stabil aus.

Künftige Fonds dürften wahrscheinlich kleiner ausfallen, so dass diese Gebühren letztendlich doch in Mitleidenschaft gezogen werden könnten. Aber man müsste schon von sehr pessimistischen Annahmen ausgehen, um einen tiefen Einschlag bei den Bewertungen befürchten zu müssen - besonders da Blackstone immer noch als eine der höchst angesehenen Beteiligungsgesellschaften gilt.

Was beständige Einnahmen aus Management-Gebühren angeht, haben die Private Equity-Firmen den traditionellen Asset Managern tatsächlich etwas voraus. Blackstone erhebt die Gebühren abhängig von der Höhe des Kapitals, das die Investoren anlegen. Und dieser Betrag ist keinen großen Veränderungen unterworfen, außer wenn sich die Investoren aus der Verpflichtung lösen wollen - was gar nicht so einfach ist. Umgekehrt berechnen Fondsmanager wie Legg Mason die Gebühren auf der Basis des Werts des verwalteten Vermögens. Anders als bei Blackstone schwanken ihre Gebühren im Gleichklang mit den Marktkursen.

Blackstone verfügt aber über Beratungs- und Hedge Fonds-Geschäfte, die die Rentabilität der Beteiligungsgesellschaft weniger vorhersehbar gestalten. Und die Performance-Gebühren - auf die sich vernünftige Anleger derzeit ohnehin nicht verlassen, es sei denn als ein mögliches Extra - verstärken die Volatilität. In einem bestimmten Zeitraum können sie zu den Gewinnen beitragen, nur um später umgekehrt zu wirken, wenn die Fondsbewertungen einknicken.

Doch selbst in dieser Hinsicht können sich die Investoren ein wenig entspannen. Die Abschreibungen von Blackstone bei den Performance-Gebühren waren so dramatisch, dass in einigen Fonds keine mehr vorhanden sind, die sich in ihr Gegenteil verkehren könnten. Die Anteile der Firma haben sich seit ihren Tiefstständen im Februar im Wert mehr als verdreifacht. Die schwindelnden Höhen des Jahres 2007 scheinen zwar meilenweit entfernt zu sein. Doch die Anleger scheinen gemerkt zu haben, dass es wieder aufwärts gehen könnte.

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