Private Equity
Wohltätige Jäger

Die Übernahmefirmen müssen ihr Image ein wenig aufpolieren. Sie werden zwar kaum ihren Einsatz von Fremdkapital oder ihre Kostenkürzungen abmildern. Aber sie könnten trotzdem zu Ehren kommen, indem sie Fonds mit sozialer Verantwortung einrichten. Ein New Yorker Pensionsfonds hat „grünen“ Investitionen 500 Mill. Dollar gewidmet. Also könnte damit auch noch Geld zu machen sein.

Die Beteiligungsbranche muss ihr Image aufpolieren. Aber es ist kaum vorstellbar, dass die Übernahme-Kapitäne Glaubensgrundsätze wie den Einsatz von Fremdkapital, Kostenreduzierungen und den Modus Operandi, ihren Portfolio-Unternehmen vor dem Verkauf jeden Cent abzupressen, über Bord werfen. Schließlich verlangen meistens die Private Equity-Investoren von ihren Managern, dass sie diese Vorgehensweisen anwenden, um riesige Renditen einzufahren.

Aber es gibt zumindest einen Weg, den die Buyout-Größen einschlagen könnten, um die Vorstellung zu fördern, sie trügen zum Allgemeinwohl bei: die Einrichtung von Fonds, die sich der sozialen Verantwortung verpflichtet fühlen. Die Anleger werden interessiert sein. Der New York State Common Retirement Fund, zum Beispiel, sieht in den kommenden drei Jahren 500 Mill. Dollar für “grüne” Investitionen vor. Die staatlichen Pensionsfonds von Kalifornien dürfen nicht in Unternehmen investieren, die mit gewissen autoritären Staaten Geschäfte machen.

Die Idee würde sich nicht sehr von dem unterscheiden, was einige Investmentfondsmanager bereits verfolgen. Sie unterhalten Fonds, die in Firmen aus Sektoren wie etwa der alternativen Energieerzeugung investieren, oder die Waffenhersteller, Tabak- und Alkoholproduzenten, Glücksspielanbieter und ähnliche Gruppen ausschließen. Oder sie wählen Unternehmen aus, die sich auf dem Gebiet Umwelt bewährt haben oder sich zum Beispiel für Minderheiten, Frauen oder die Menschenrechte einsetzen.

Die Beteiligungsgesellschaften sind im Allgemeinen nicht so wählerisch. Auch wenn sie viel Wirbel um Umweltthemen veranstaltet haben, haben Kohlberg Kravis Roberts und TPG trotzdem die mit herkömmlichen Energiequellen arbeitende US-Versorgungsgesellschaft TXU gekauft. Blackstone und CVC überlegen beispielsweise, ob sie für die britische Kneipenkette Mitchells & Butler bieten wollen. Carlyle ist in mehr als zwei Dutzend Luftfahrt- und Rüstungsfirmen investiert.

Aber Buyout-Firmen verfügen auch über eine Vielzahl an weniger kontroversen Investitionen, die auch sozial ausgerichtete Investoren billigen könnten. Vielleicht sollten sie überlegen, einige davon in gesonderten Fonds zusammenzufassen und sie so hervorzuheben. Solche Sammelbecken könnten sich etwa auf alternative Energien konzentrieren oder Investitionen in Unternehmen vermeiden, die sich sozial oder die Umwelt betreffend fragwürdig verhalten. Dies könnte dem Image der Unversöhnlichkeit der Private-Equity-Branche ein wenig aufhelfen. Und wenn man nach dem Programm des New Yorker Pensionsfonds gehen kann, dann könnte man damit sogar auch noch Geld machen.

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