Quartalszahlen
Analyse: Nokia spielt in einer anderen Liga

Nokia steht ganz oben. Der finnische Mobilfunkkonzern leistet gute Arbeit und rechtfertigt die Kursteigerung um 60 Prozent seit Jahresbeginn. Im dritten Quartal übertrafen nahezu alle Schlüsselkennzahlen die Erwartungen. Kein Wunder, dass die Aktien noch einmal um 5 Prozent zulegten.

Nokia steht ganz oben. Der finnische Mobilfunkkonzern leistet gute Arbeit und rechtfertigt die Kursteigerung um 60 Prozent seit Jahresbeginn. Im dritten Quartal übertrafen nahezu alle Schlüsselkennzahlen die Erwartungen. Kein Wunder, dass die Aktien noch einmal um 5 Prozent zulegten.

Alles in allem wächst das Mobilfunkgeschäft für einen bereits gut etablierten Industriezweig mit erstaunlichen Raten - der Umsatz mit Mobilgeräten lag im dritten Quartal 2007 um 18 Prozent über dem Umsatz in der gleichen Vorjahresperiode. Nokia konnte den Markt sogar noch übertreffen. Das Unternehmen steigerte seinen Marktanteil um einen Prozentpunkt auf 39 Prozent - so viel, wie die nächstgrößten drei Konkurrenten zusammen.

Aber trotz der Führungsrolle ruhte sich das Unternehmen im abgelaufenen Quartal nicht auf seinen Lorbeeren aus. Der durchschnittliche Handy-Verkaufspreis sank um 9 Prozent, ein Wert an der Schmerzgrenze sollte man meinen. Dennoch gelang es Nokia, die operative Marge in dieser Sparte von 21 auf 23 Prozent auszuweiten, ein Beweis dafür, dass das Unternehmen die Kosten außergewöhnlich gut unter Kontroller hat.

Selbst im neu aufgebauten Nokia-Siemens-Networks-Geschäft erreichte Nokia einen bescheidenen Erfolg - eine operative Marge vor Goodwillabschreibungen in Höhe von 3 Prozent. Damit präsentiert sich Nokia besser als die Aktionäre erwartet hatten, gerade vor dem Hintergrund, dass Ericsson erst wenige Tage zuvor unerwartet Schwäche zeigte und eine Gewinnwarnung herausgeben musste, die den Kurswert seiner Aktien um ein Viertel reduzierte.

Letzten Endes erhält die Welt, was sie braucht. Im Laufe der Zeit können sich mehr arme Menschen Handys mit Grundfunktionen leisten, während sich die Wohlhabenden zunehmend durch den Fortschritt der Technologie verführen lassen. Nokia versucht an der Spitze beider Trends zu bleiben, mit hohem Marktanteil an der Basis und erheblichen Investitionen in inhaltliche Angebote.

Das einzige Problem, das möglicherweise entsteht, liegt im übersprudelnden Aktienkurs. Nokia wird gegenwärtig zum 15-fachen der für 2008 erwarteten Gewinne gehandelt, ein Plus von 17 Prozent gegenüber 2007. Für ein Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von 100 Milliarden Euro und Umsätzen von 50 Milliarden dürfte es schwer werden, die Erwartungen, die in dieser Bewertung stecken, zu erfüllen. Wenn Nokia im gleichen Tempo wie bisher weitermacht, könnte es sogar gelingen.

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