RBS-Board
Wo war Braveheart?

Während der Boomjahre litten die Aktien der Royal Bank of Scotland unter der Besorgnis, dass ein auf schottische Partikularinteressen ausgerichteter und eingeschüchterter Board den Ambitionen des Bankchefs Fred Goodwin, ein globales Imperium aufzubauen, nichts entgegenzusetzen hatte. Jetzt endlich kommt größere Vielfalt in das Gremium. Aber erst jetzt hat die Bank - gezwungenermaßen - den Rückzug angetreten.

Die Royal Bank of Scotland (RBS) knöpft sich endlich ihren Board vor. Aber jetzt könnte es auch schon zu spät sein. Die Liste der Mitglieder des Verwaltungsrats aus der Ära von Sir Fred Goodwin, die nicht hauptberuflich in der Unternehmensleitung tätig waren, war generell als zu engstirnig schottisch erachtet worden und als zu ängstlich, um dem selbstbewussten Chief Executive etwas entgegenzusetzen. Die Investoren sorgten sich darum - wenn auch nicht genug, um etwas dagegen zu unternehmen -, dass es nicht genug Widerstand gegenüber kostspieligen Deals (man denke an ABN Amro) oder gegenüber fehlgeleiteten Geschäftsstrategien (man denke an den exponentiellen Zuwachs des RBS-Handelsbereichs) gab. Die Ängste haben sich als gerechtfertigt erwiesen und zwar so sehr, dass das, was einst als Symbol des unabhängigen schottischen Erfolgs galt, jetzt zu siebzig Prozent der britischen Regierung gehört.

Unter dem neuen Chairman Sir Philip Hampton wird sich der Board verändern - er wird kleiner und weniger schottisch sein. Weder Sir Philip noch der neue Chief Executive, Stephen Hester, stammen aus dem Heimatland der Bank. Die RBS mag vielleicht ihre Zentrale in Edinburgh beibehalten, aber die Musik spielt notgedrungen jetzt in London.

Die Ankunft von Außenseitern ist begrüßenswert, aber sie kommt spät. Jetzt, da die Regierung die Bank fast ganz übernommen hat, wird die RBS ihre Bilanz von den Fremdkapitallasten befreien - wahrscheinlich vor allem dadurch, dass sie den ausufernden und angeschlagenen Bereich Global Banking and Markets zusammendampft. Was der RBS bleibt, ist praktisch das Privatkundengeschäft, vorwiegend NatWest, das sich an den Kreditvergabeanforderungen ausrichten muss, die Westminster vorgibt.

Ein vielfältiger Board ist eindeutig eine gute Sache. Nur schade, dass die RBS das nicht schon vor einigen Jahren erkannt hat.

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