Renitente Aktionäre fordern Führungswechsel
Tui braucht frischen Wind

Tuis Vorstand braucht frisches Blut. Die Aktionäre des schwächelnden Reise- und Logistikkonzerns sollten bei der anstehenden Jahresversammlung darauf pochen.
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Anteilseigner John Frederiksen hat einen Antrag auf Absetzung des seit zwölf Jahren amtierenden Aufsichtsratschef Jürgen Krumnow sowie des Vorstandsmitglieds Abel Matutes Juan gestellt, dessen Reiseunternehmen zu den wichtigsten Kunden der Tui-Tochter Tui Travel zählt.

Frederiksen besitzt 17 Prozent des Unternehmens und die Unterstützung vieler unabhängiger Aktionäre. Seine Gegner, eine Investorenriege um den russischen Milliardär Alexej Mordaschow, die Caja de Ahorros de Mediterraneo, die Caisse de Dépôt et de Gestion sowie die Riu Gruppe, hält weitere 30 Prozent. Sie alle sind mit dem Tui Reisegeschäft verbunden oder/und haben einen Sitz Vorstand.

Nach Adam Riese muss Frederiksen scheitern. Die Investoren sollten zumindest eine scharfe Protestnote einreichen. Tuis Aktiengewinne lagen die letzten fünf Jahre hinter der Konkurrenz zurück. Das Unternehmen trennte sich auch nach einem Jahr Hickhack nicht komplett von der Containersparte Hapag-Lloyd. Es stimmte im März dem Verkauf von 57 Prozent zu, musste aber vertraglich eine Kreditlinie über 1,1 Mrd. Euro einräumen. Nun sitzt Tui auf einem illiquiden Minderheitsanteil.

Tui hat 2,6 Mrd. Euro Schulden und Q1-Verluste von 485 Mio. Euro, nicht eingerechnet 990 Mio. Euro Gewinn aus dem Verkauf der Logistiksparte. Die Bonität ist gleich Null. Die Gruppe muss sich nun auf die Einnahmen der in Großbritannien notierten Tui Travel und Hapag-Lloyd verlassen, denn 2010 ist die Rückzahlung von 967 Mio. Euro Vorzugsobligationen fällig, 2011 sind 625 Mio. Euro für eine private Effektenplatzierung dran.

Frederiksen plant, zwei Vertreter des 20-köpfigen Vorstands zu stellen. Ein Tui-Angebot für einen Vorstandssitz schlug er bereits aus. Doch auch er bietet außer der bereits geplanten Konzentration auf die Touristik keine klare Alternativstrategie. Bei der letztjährigen Hauptversammlung gewann er 43 Prozent der Stimmen. Ein weiterer lautstarker Aktionärsprotest, und der Vorstand steht noch mehr unter Druck.

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