Rentabilität in Gefahr
US-Einzelhandel: Schwarze Weihnacht

Die Ergebnisse von Best Buy und die US-Einzelhandelsumsätze im September zeigen, dass die amerikanischen Verbraucher den kompletten Rückzug angetreten haben. Es ist durchaus denkbar, dass zum ersten Mal seit Beginn der Aufzeichnungen im US-Weihnachtsgeschäft ein Rückgang des Umsatzes gemessen am nominalen Dollar-Wert eintritt. Bei vielen Einzelhändlern würde damit die Rentabilität für das Gesamtjahr in Frage gestellt.

Die düstere Lage bei Best Buy und die US-Einzelhandelsumsätze im September zeigen, dass die amerikanischen Verbraucher den kompletten Rückzug angetreten haben. Im Dezember könnte der erste Rückgang des Einzelhandelsumsatzes im Weihnachtsgeschäft verzeichnet werden, seitdem überhaupt Aufzeichnungen darüber vorgenommen wurden. Damit würden viele Einzelhändler Gefahr laufen, auch im Gesamtjahr keine Gewinne mehr erwirtschaften zu können. Und das Vertrauen der Investoren bekäme einen weiteren Knacks.

Die Werte der Einzelhandelsumsätze werden nominal in Dollar veröffentlicht, so dass die berichteten Umsätze, in Zeiten der Teuerung, steigen können, selbst wenn sie inflationsbereinigt sinken. Seitdem das US-Statistikamt 1953 mit der Erfassung der Daten begann, hat es nie einen Dezember gegeben, in dem die nominalen Einzelhandelsumsätze niedriger waren als im vorhergehenden Jahr. Denn tiefe Rezessionen waren immer mit Zeiträumen hoher Inflation verknüpft. Von 1979 bis 1981, zum Beispiel, waren die Einzelhandelsumsätze in allen drei Jahren nominal gestiegen, auch wenn sie real oder inflationsbereinigt in jedem Berichtsjahr kräftig zurückgegangen waren.

In diesem Jahr fallen die nominalen Einzelhandelsumsätze allerdings so schnell, dass das Umsatzwachstum binnen Jahresfrist im Dezember unter Null fallen könnte, und zwar trotz der steigenden Preise. Im September etwa lagen die nominalen Umsätze um ein Prozent unter dem vergleichbaren Vorjahresmonat.

Und der Umsatzrückgang beschleunigt sich. Best Buy, der Elektronikmarkt, dessen Konkurrent Circuit City in dieser Woche Gläubigerschutz beantragt hat, verbuchte einen Rückgang des nominalen Umsatzes auf vergleichbarer Ladenfläche um 7,6 Prozent im Oktober, nach einem Minus um 2,4 Prozent im September. Selbst Wal-Mart, der davon profitiert, wenn sich die Konsumenten den Gürtel enger schnallen, konnte im Oktober nur einen Umsatzanstieg auf vergleichbarer Ladenfläche um 2,4 Prozent vermelden. Real ist dies ein Rückgang um 2,5 Prozent.

Lediglich der Thanksgiving-Effekt könnte in diesem Jahr noch dazu beitragen, dass die nominale Steigerung des Einzelhandelsumsatzes im Dezember in positivem Territorium bleibt. Der landesweite US-Feiertag fällt in diesem Jahr auf ein späteres Datum, so dass einige Umsätze vom November in den Dezember verschoben werden könnten.

Eine Verringerung der Einzelhandelsumsätze ist wohl wünschenswert, um die Sparquote zu verbessern und der Wirtschaft ihr Gleichgewicht zurückzugeben. Da allerdings die Rentabilität für das gesamte Geschäftsjahr bei vielen Einzelhändlern von den im Weihnachtsgeschäft erzielten Umsätzen abhängt, könnte ein Weihnachten mit dem ersten nominalen Einzelhandelsrückgang seit mindestens 55 Jahren ein ernster kurzfristiger Schlag sein.

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