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Rettungspaket: US-Banken: Was tun mit den Milliarden?

Was werden die neun amerikanischen Banken mit ihren 125 Mrd. Dollar an neuem Kapital unternehmen? Das US-Finanzministerium will, dass die Empfänger das Bargeld verleihen. Viel Glück. Die Wall Street würde lieber billige Vermögenswerte und geschwächte Finanzfirmen dafür kaufen.

von Robert Cyran und breakingviews.com

Was werden die neun großen US-Banken mit ihren 125 Mrd. Dollar an neuem Kapital unternehmen? Das US-Finanzministerium hat vor, 250 Mrd. Dollar in Vorzugsaktien der Banken des Landes zu investieren - wobei neun Firmen bereits die Hälfte davon empfangen sollen. Aber bisher wurde kaum näher ausgeführt, wie die Gelder der Steuerzahler eingesetzt werden sollen. Finanzminister Hank Paulson hat lediglich mitgeteilt, er erwarte, dass die Institute das Geld für die Vergabe neuer Kredite einsetzen anstatt es zu horten. Viel Glück. Während es zwar unwahrscheinlich ist, dass einer der Empfänger das Geld nimmt und es beiseite legt, mag es doch auch nicht zu ihren obersten Prioritäten zählen, damit Verbraucher und Unternehmen zu finanzieren.

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Idealerweise sollte die neue Finanzierung mit dem bereits eingesetzten Kapital austauschbar sein. Paulsons Botschaft an die Banken, das Kapital nicht zu horten, sollte ausreichen, um die Banken davon abzuhalten, die Regierungsmittel einzusetzen, um damit kostspieligere Kapitalquellen aufzuwiegen - tatsächlich hofft er ja auch darauf, dass die US-Finanzinstitute sich weiter nach Investitionen von privaten Anlegern umschauen. Aber die Bankmanager könnten sich dazu entschließen, die Mittel dazu zu verwenden, um einen realistischeren Blick auf die verbleibenden zweifelhaften Hypothekenvermögenswerte zu werfen und Abschreibungen vorzunehmen. In der Tat hat Paulson die Kreditanbieter dazu gedrängt, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um Zwangsvollstreckungen abzuwenden.

Aber nehmen wir einmal an, die großen Neun verwenden das Bargeld tatsächlich für mehr, als damit nur die über ihnen schwebenden Verluste zu absorbieren. Die Kapitalspritze wird mehreren von ihnen eine Rekordkernkapitalquote von über zehn Prozent bescheren - bei Goldman Sachs und Morgan Stanley wird sie sogar noch darüber liegen. Aber wenn man die Wahl hat, von Eigentümern, die derzeit unter Druck sind, bereits bestehende, bestens bekannte Schuldtitel zu einem offenkundig happigen Abschlag aufzusammeln, dann scheint es kaum einen Anreiz zu geben, nach neuen Kreditnehmern zu suchen, deren Kredite den Aktionären niedrigere Renditen bieten könnten.

Die Finanzierung wird ihre Auswirkungen haben. Problematische Vermögenswerte müssen immer noch von denen absorbiert werden, die bereit und fähig sind, an ihnen festzuhalten. Und mit ihren frisch gestärkten Bilanzen werden die großen Neun in einer guten Ausgangslage sein, taumelnde, kleinere Konkurrenten aufzukaufen. Zusammengenommen würden die Schritte neue Kredite fördern, aber dies wird nicht über Nacht geschehen.

Darüber hinaus werden dem System täglich neue Giftstoffe zugeführt, wodurch sich die Vergabe neuer Kredite sogar noch weiter verzögert. Zwar haben die Regierungsinterventionen die Panik an den Finanzmärkten besänftigt, doch die Wirtschaft verschlechtert sich anscheinend mit zunehmendem Tempo. Das könnte große und kleine Finanzinstitute, die sowohl an Verbraucher als auch an Unternehmen Kredite vergeben, in die Lage bringen, künftig schwere Schläge einstecken zu müssen. In allen Bereichen - von Kreditkarten bis hin zu Home Equity Loans, also bis hin zu Krediten auf Eigenheime, die auf der Höhe des Eigenkapitals basieren, - werden die Ausfälle steigen und die Verluste an Schärfe zunehmen. Die Summen, die auf dem Spiel stehen, sind Schwindel erregend hoch. Das Portfolio von Home Equity Loans von JPMorgan umfasst 95 Mrd. Dollar, wobei zusätzlich Zusagen über 66 Mrd. Dollar ausstehen. Das Portfolio von Bank of America ist mit Krediten über 121 Mrd. Dollar und 114 Mrd. Dollar an Zusagen noch größer - und zwar noch bevor die Bank Countrywide geschluckt hatte.

Vielleicht erklärt dies, warum die größten Banken proportional gesehen weniger als den ihnen eigentlich zustehenden Anteil an der Großzügigkeit der Regierung erhalten haben. Zusammen kontrollieren die neun Firmen rund zwei Drittel aller Vermögenswerte des US-Bankensektors. Doch die Hälfte des Kapitals des Finanzministeriums mag am Schluss vielleicht in kleinere Firmen gesteckt werden, die unverhältnismäßig stark bei Verbraucherkrediten und Gewerbe-Immobilien engagiert sind. Sie werden es vermutlich brauchen - und wenn es das System vor dem Kollaps bewahrt, dann hat die Regierung Recht, es bereit zu stellen. Aber es ist unwahrscheinlich, dass damit der Turbostart bei der Kreditvergabe ausgelöst wird, auf den das Finanzministerium hofft.

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