Rettungsplan
Das Ende der Krise?

Es sieht so aus, als ob die globale Bankenkrise vorüber wäre. Die US-Regierung führt ihren Banken 250 Mrd. Dollar an Kapital zu. Das letzte – und größte – Puzzleteil des globalen Rettungsplans ist jetzt an seinem Platz. Doch die Wirtschaftskrise ist noch nicht vorbei.

Es sieht so aus, als ob die große globale Bankenkrise des Jahres 2008 vorüber wäre. Die US-Regierung führt ihren Banken 250 Mrd. Dollar an Kapital zu. Davon soll rund die Hälfte an neun strategisch wichtige Institute fließen - darunter Goldman Sachs, JPMorgan, Morgan Stanley, Citigroup und Bank of America.

Laut Zeitungsberichten soll die Investition in Form von Vorzugsaktien erfolgen. Gleichzeitig hat die US-Regierung einen cleveren Weg gefunden, um die mittelfristige Mittelaufnahme durch amerikanische Banken zu garantieren.

Das US Federal Deposit Insurance Corporation, -Einlagensicherungsinstitut die normalerweise die Einlagen der Privatkunden garantiert, wird vorübergehend für diese Aufgabe abgestellt.

Das letzte - und größte - Puzzleteil des globalen Rettungsplans ist nun fast an Ort und Stelle. In den vergangenen Tagen konnten wir beobachten, wie alle führenden westlichen Volkswirtschaften den "Gordon Brown"-Plan zur Rettung der Finanzinstitute übernommen haben. Ein Element des Vorhabens besteht in der Anhebung der Eigenkapitalquoten, so dass die Banken über ein viel üppigeres Polster verfügen, um sowohl die Einbußen bei verseuchten Krediten aus der Vergangenheit als auch die neuen Verluste absorbieren zu können, die sie erleiden werden, wenn sich die Konjunktur abkühlt.

Ein zweiter wesentlicher Bestandteil umfasst die Garantie der mittelfristigen Mittelaufnahme, da dies den Banken erlauben wird, aus dem Teufelskreis auszubrechen, von Tagesgeld abhängig zu sein, das am nächsten Tag zurückgezahlt werden muss. Für diese beiden Ziele wurden weltweit insgesamt über drei Bill. Dollar in Aussicht gestellt - wobei der größere Teil für die mittelfristige Kreditaufnahme eingesetzt wird.

Hank Paulson, der amerikanische Finanzminister, hatte davon gesprochen, dass eine Panzerfaust nötig ist, um die Krise wegzuschießen - aber bisher hatten viele seiner Waffen eher wie Pusteröhrchen ausgesehen. Jetzt haben er und der Rest der Welt eine richtige Panzerfaust in der Hand. Sie sollte ausreichen, um das Vertrauen wieder herzustellen, die Geldmärkte aufzutauen und die Banken dazu zu bringen, sich wieder untereinander Geld zu leihen.

Natürlich muss auch noch ein bisschen aufgewischt werden. Einige Teile der Welt - besonders Osteuropa und Russland - bleiben instabil. Und die verschiedenen Bankenrettungen müssen sich erst noch ihren Weg durch das System bahnen. Aber die Bankenkrise ist vermutlich vorbei. Die Wirtschaftskrise allerdings nicht.

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