Rettungsschirme
Der Bankenerholung ist nicht zu trauen

Banken in Russland, Abu Dhabi, Schweden und Irland sind die jüngsten Empfänger staatlicher Kapitalspritzen von 27 Milliarden US-Dollar. Weitere Rettungsbemühungen gibt es in den USA, Großbritannien und Deutschland. Investoren scheinen die jüngsten Hilfen als Wendepunkt zu sehen. Der Tiefpunkt könnte aber noch eine weitere Krise entfernt sein.

Staatliche Bankenrettungen sind weiter auf dem Vormarsch, schnell und furios. Allein in den letzten paar Tagen wurden Kapitalspritzen in Russland, Abu Dhabi, Schweden und Irland bekannt. Mit weiteren Hilfsaktionen rechnet man bald in den USA, Großbritannien und Deutschland, all diese Länder versuchen fieberhaft, verschiedene Varianten von “Bad Banks" zu schaffen, in die Finanzunternehmen den Schmutz aus ihren Bilanzen abladen können.

Investoren scheinen diese Hilfen als eine Art Wendepunkt zu betrachten. Aktien der russischen VTB und der schwedischen SEB schnellten nach den Meldungen über staatliche Hilfen aufwärts, und der breite Bankaktienindex drehte von seinem vor zwei Wochen erreichten 15-Jahres-Tiefpunkt wieder nach oben.

Diese Zeichen des Optimismus tragen dazu bei, ein neues Finanzvokabular zu definieren. “Subprime"-Anleihen führten zu “Bailout"-Rettungskäufen, die nun „Grüne Triebe" der Hoffnung aufkeimen lassen. Sie scheinen überall zu sprießen, bei den britischen Häuserpreisen ebenso wie bei der chinesischen Produktion oder den Umfragen zu Analystenerwartungen. Wären alle gesehenen grünen Triebe Wirklichkeit, müssten sich Pflanzenfreunde ebenso freuen wie Anleger.

Die Bankenrettungen tragen zum immer weiter verbreiteten Glauben bei, dass die Dinge einfach nicht mehr schlimmer kommen können. Doch Bärenmarktrallyes sind schon oft während dieser Krise stecken geblieben, und die Chancen stehen gut, dass dies auch für den Bankensektor gilt.

Eine Studie von Bernstein Research zu früheren Bankenkrisen zeigte, dass die Aktienkurse der die Krise überstehenden Institute ihren Boden bei etwa 20 Prozent des Buchwertes ausbildeten, etwa viereinhalb Monate nach den ersten Rettungsmaßnahmen.

In Europa lag der mittlere Aktienkurs in den viereinhalb Monaten seit dem Beginn der Hilfen bei immer noch etwa 40 Prozent des Buchwertes, und diese Bankenkrise ist viel breiter und tiefer, als es typisch ist. Es sieht so aus, als ob Regierungen noch immer nicht schnell genug helfen.

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