Revidierte US-Wachstumsrate
Ein Mythos stirbt

Dass die US-Notenbank Federal Reserve die langfristige Wachstumsgrenze der US-Wirtschaft jetzt bei nur noch 2,5 Prozent sieht, beendet ein Jahrzehnt voller Optimismus.

Dass die US-Notenbank Federal Reserve die langfristige Wachstumsgrenze der US-Wirtschaft jetzt bei nur noch 2,5 Prozent sieht, beendet ein Jahrzehnt voller Optimismus. Seitdem Fed-Chef Alan Greenspan im Juli 1997 dem Kongress von der seiner Meinung nach stetig steigenden Produktivität berichtete, ging die Fed von einem Basiswachstum der US-Wirtschaft in Höhe von drei Prozent oder mehr aus. Diese Ansicht führte zu einer extrem lockeren Geldpolitik. Der neue, etwas nüchternere Fed-Ansatz ist dagegen zu begrüßen.

Die Geldmenge M3 wuchs zehn Jahre lang um 8,2 Prozent jährlich, bis zum März 2006 – dann stoppte die Fed die Veröffentlichung der Kennzahl. Demgegenüber lag das Jahreswachstum des Bruttoinlandsproduktes bei nur 5,2 Prozent. Ihre Lockerheit rechtfertigte die Fed mit dem angeblich höheren Wachstumspotenzial der US-Wirtschaft und der verhalten bleibenden Inflation. Heute wissen wir, dass wirtschaftliche und technologische Veränderungen der Weltwirtschaft seit 1995 in gigantischem Umfang neue billige Quellen für Waren und Dienstleistungen in China, Indien und anderen Niedriglohn-Schwellenländern gebracht haben. Dies hielt die Inflation im Zaum, während die lockere Geldpolitik der Fed und ihrer Nachahmer zu einer weltweiten Explosion von Krediten und einer Reihe von Spekulationsblasen bei Aktien und anderen Vermögenswerten führte.

Wenn die Fed das US-Wachstumspotenzial schrumpfen sieht, muss sie die Zinsen hoch halten, weil die sich aus der Vollbeschäftigung ergebende Produktionslücke dann kleiner wird. Auch importierte Inflation könnte Zinssteigerungen wahrscheinlicher machen, da höhere Inflationsraten und stärkere Währungen zuletzt sowohl in China als auch in Indien beobachten wurden. Höhere Zinsen und eine geringere Geldverfügbarkeit werden Spekulationsblasen verhindern, weil dann Zinsdifferenzen eher konservativ bleiben und Hedgefonds und andere Spekulanten eine hohe Fremdfinanzierung weniger attraktiv finden werden. Weniger spekulative Blasenbildung ist eine sehr gesunde Entwicklung.

Leider müssen wir noch immer den Preis zahlen für den zu großen Optimismus der Fed während der vergangenen zehn Jahre. Wenn die Kapitalkosten zu niedrig waren, dann sind die Preise für Aktien und Immobilien jetzt wahrscheinlich viel zu hoch. Der Korrekturprozess wird schmerzhaft sein, doch die Wahrheit tun nun einmal weh.

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