Rohstoffkonzerne
Xstratas Fusionspläne: Die Latte höher legen

Xstrata macht seinem Ruf als knallhartes, profitorientiertes Minen-Raubtier alle Ehre. Doch die erfreulichen Halbjahreszahlen werden den Schweizern bei ihren Plänen, den Rivalen Anglo ohne Aufpreis zu übernehmen, auch nicht weiterhelfen.
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Xstratas Boss Mick Davies verkauft die positiven Zahlen natürlich als besten Beweis für die Eignung seines Unternehmens zum Partner der südafrikanischen Konkurrenz. Doch nachdem auch Anglo selbst gute Fortschritte erzielen konnte, wirken die Zahlen weniger inspirierend.

Die Zeiten sind schwierig, was der Stärke der Schweizer - beispiellose Kostenkontrolle - zugute kommt. In den sieben Jahren seit seiner Gründung reduzierte Xstrata seine Betriebskosten jährlich real um 1,4 Prozent. Allein im ersten Halbjahr 2009 sparte man so 119 Mio. Dollar, also 1,1 Prozent.

Die potentielle Kostenreduktion bildet das Herz des Übernahmeangebots von Xstrata, was durchaus Sinn ergibt. Xstrata besteht darauf, bei einer Einigung mit Anglo eine Milliarde Dollar einsparen zu können. Auch Anglo hat seine Kosten derzeit gut im Griff, wenn auch die Währungsfluktuationen den direkten Vergleich der Minenunternehmen erschweren.

Xstrata legt großen Wert auf Sicherheit und beweist damit einmal mehr, dass es im Rennen mit Anglo die Nase vorn hat. Im Vergleich zum Gesamtjahr kam es zu 20 Prozent weniger Unfällen (nicht Todesfällen). Damit toppen sie die 19-prozentige Verbesserung bei Anglo, dessen CEO Cynthia Carroll erhöhte Sicherheitsstandards zur Priorität erklärt hat.

Die letzten Beweise für Xstratas wegweisende Effizienz wird sie dem Ziel einer Fusion auf Augenhöhe nicht näherbringen. Ende des ersten Halbjahrs generierte Anglo fünf Prozent mehr Ebitda und vermeldete eine geringere Nettoverschuldung von 11,3 Mrd. Dollar gegen Xstratas 13,1 Mrd Dollar. Anglos Aktionäre unterstützen die Ablehnung einer Null-Prämien-Fusion. Auch nach den jüngsten Betriebsergebnissen werden sie in ihre Meinung kaum geändert haben.

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