Runde Zahlen
Bedenklicher Rekord: i-Traxx steigt über 1000

Der jährliche Risikoaufschlag beim iTraxx-Index für europäische Unternehmen mit Schrottstatus erreicht einen neuen Rekord. Die geschätzte Ausfallquote wird im kommenden Jahr mit mehr als zehn Prozent veranschlagt. Dagegen die Zahl der im vergangenen Monat verkauften Junk Bonds weltweit: eine große Null. Dies lässt erahnen, dass das Schlimmste der Kreditkrise erst noch bevorsteht

Der jährliche Risikoaufschlag beim iTraxx-Index erreicht einen neuen Rekord. Die geschätzte Ausfallquote bei Unternehmen mit Schrottstatus wird nun im kommenden Jahr mit mehr als zehn Prozent veranschlagt. Die Zahl der im vergangenen Monat verkauften Junk Bonds weltweit: eine große Null. Natürlich haftet runden Zahlen eine vorwiegend psychologische Bedeutung an. Aber diese Beispiele illustrieren die sich gerade entfaltende Entwicklung bei Krediten und in der Wirtschaft.

Nehmen wir einmal den Rekordaufschlag von 1000 Basispunkten beim iTraxx-Index am Mittwoch, einem auf Credit Default Swaps basierenden Barometer, das sich auf Anleihen von 50 europäischen Unternehmen bezieht, die schlechter als "erstklassig" bewertet werden. Mit Credit Default Swaps lässt sich das Ausfallrisiko von Krediten und Anleihen einschätzen und handeln. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass die Investoren sich immer größere Sorgen um die Zahlungsfähigkeit der Unternehmen machen, die durch die giftige Mischung knapper Kredite und einer sich verschlechternden Wirtschaftslage angefacht wird. Markit, die die iTraxx-Indizes betreut, weist darauf hin, dass es keine technischen Gründe gibt, die Druck auf den Index ausüben. Die zugrunde liegenden einzelnen Namen werden sogar zu noch größeren Aufschlägen gehandelt.

Daher kann es nicht mehr überraschen, dass Moody?s im vergangenen Monat ihre Prognose über die globale jährliche Ausfallquote für Unternehmen mit Junk-Status für das kommende Jahr auf mehr als zehn Prozent angehoben hat (im Oktober lag die Zahl bei weniger als drei Prozent und im Vorjahr bei etwa einem Prozent).

Und die könnte sich noch erhöhen. Die Abwärtsbewegungen am Anfang dieses Jahrzehnts und Anfang der neunziger Jahre hatten höhere Ausfallquoten beschert. Und jetzt sehen nicht nur die derzeitigen Kredit- und Konjunkturprobleme schlimmer aus als damals, sondern auch der Anteil am Junk Bond-Universum, der aus äußerst niedrig bewerteten Schuldtiteln besteht, hat sich beträchtlich erhöht.

Dass keine Junk Bonds mehr verkauft werden, unterstreicht zudem, dass den hoch mit Fremdkapital beladenen Unternehmen das Schlimmste der Kreditkrise erst noch bevorsteht. Der November war der erste Monat seit 1991, in dem bei den Emissionen die Zahl mit dem Loch in der Mitte zu verzeichnen war, berichtet Thomson Reuters.

Das spricht Bände über die an den Kreditmärkten herrschende Risikoscheu - aber es dient auch als Warnung. Wenn diese Unternehmen ihre Schultitel nicht refinanzieren können, wenn diese in den kommenden Jahren fällig werden, dann sind sie weg.

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