Rusal/Norilsk
Klares Ziel, steiniger Weg

Rusal, der Aluminiumriese des russischen Industriemagnaten Oleg Deripaska, hat sich aufgrund eines Zerwürfnisses zwischen zwei anderen Oligarchen einen Anteil von 25 Prozent an der Bergwerksgesellschaft Norilsk gesichert. Das ist ein kleiner Triumph. Aber Deripaska ist noch weit davon entfernt, als Herr und Meister über die gewaltige Metall- und Minenindustrie Russlands zu gelten.

Oleg Deripaska, seit 2007 Zehn-Prozent-Aktionär des Essener Baukonzerns Hochtief, hat eine wichtige Hürde beim Aufbau eines russischen Metall- und Bergwerksriesen gemeistert. Doch mit dem Erwerb eines 25-Prozent-Anteils am Nickelgiganten Norilsk von dem Oligarchen Mikhail Prokhorow ist der Mehrheitseigentümer des weltgrößten Aluminiumproduzenten Rusal noch nicht am Ziel. Ihm fehlen noch die 29 Prozent von Prokhorows Freund und Verbündeten Wladimir Potanin. Doch der ziert sich.

Denn er hat anscheinend die Hoffnung noch nicht aufgegeben, eine andere Fusion mit der Eisenerzgesellschaft Metalloinvest von Alisher Usmanow auf die Beine zu stellen. Oder aber er wartet einfach nur auf bessere Konditionen.

Für den Rusal-Konzern könnte das zum Problem werden. Er muss bis Ende 2009 an die Börse gehen, um Verpflichtungen aus früheren Akquisitionen erfüllen zu können. Die Fusion mit Norilsk würde Rusal-Chef Deripaska deshalb sicher liebend gerne vorher abgeschlossen haben.

Möglicherweise wird bei Rusal aber auch der Finanzierungsspielraum eng, nachdem sie für den Erwerb des 25-Prozent-Anteils an Norilsk tief in die Tasche greifen musste. Russischen Medienberichten zufolge ist die Beteiligung 13 Milliarden US-Dollar wert, und Rusal habe für die Zahlung des Bar-Anteils 4,5 Milliarden Dollar aufgenommen. Für den Potanin-Anteil wären weitere 15 Milliarden Dollar fällig.

Nun blicken alle auf die russische Regierung: Wenn der Kreml seine Vorstellungen deutlich macht, dann werden sich schon alle danach richten.

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