Santander-Antonveneta
Zurück auf Los

Die spanische Bank Santander hat den italienischen Finanzierer Antonveneta abgestoßen - mit einem Gewinn von 3,2 Milliarden. Euro und gerade einmal einen Monat nach dem Kauf. Jetzt zahlt die italienische Bank MPS einen hohen Preis, um Antonveneta zurück nach Italien zu holen.

Das Tempo, der Preis und die schiere Extravaganz des Abschlusses über neun Mrd. Euro in bar sind allesamt außergewöhnlich. Und am außerordentlichsten ist die Tatsache, dass Antonveneta, deren Verkauf ins Ausland 2005 für Aufruhr gesorgt hatte, genau wieder dort gelandet ist, wo sie anfangs war.

Dass die Spanier Antonveneta jetzt abschießen, lässt Banco Real, die brasilianische Bank, die sie ebenfalls von ABN bekommen haben, wie ein Geschenk aussehen. Santander hatte für ihren Anteil an ABN Amro 19,9 Mrd. Euro gezahlt. Zieht man davon die neun Mrd. Euro in bar ab, die Santander von MPS erhält – zuzüglich einiger anderer Vermögenswerte -, dann hat sie effektiv 9,7 Mrd. Euro für eine sichere Basis in einem der aufstrebenden Märkte hingelegt, für die im kommenden Jahr ein Gewinn von 1,8 Mrd. Euro erwartet wird.

Damit hätte Santander gerade einmal etwas mehr als das Fünffache des Ergebnisses für Banco Real bezahlt, während die Wettbewerber vor Ort eher mit dem 15fachen bewertet werden. Sogar andersherum hat es funktioniert: MPS zahlt das Siebzehnfache des Ergebnisses für Antonveneta, während andere italienische Banken zum Neunfachen gehandelt werden.

Als ABN vor zwei Jahren versucht hatte, Antonveneta zu kaufen, hatten einige Vertreter des italienischen Establishments alles versucht, um die Transaktion aufzuhalten. Antonio Fazio von der italienischen Notenbank hatte versucht, ABN auszusperren, indem er eine Gegenofferte durch den Banco Popolare Italiana eingefädelte. ABN hatte sich trotzdem durchgesetzt - zu einem Preisäquivalent von 7,7 Mill. Euro pro Niederlassung. Nach diesem Riesentheater hat es schon etwas Poetisches, dass jetzt ein hoher Preis gezahlt wird, um Antonveneta zurückzubekommen. MPS zahlt neun Mill. Euro.

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