Santander/Madoff: Santander sollte den Schaden begrenzen

Santander/Madoff
Santander sollte den Schaden begrenzen

Einige Santander-Kunden könnten viel aufgrund des Madoff-Betrugs viel Geld verlieren. Erboste Klienten schließen sich bereits zusammen, um zu klagen, weil die Bank sie in Sache hineingezogen hat. Eine Entschädigung könnte teuer werden. Aber es könnte die Bank noch mehr kosten, einen sich lang hinziehenden Prozess in aller Öffentlichkeit durchzustehen.

Der Ruf von Santander, sachkundig und clever zu sein, ist durch das betrügerische Schneeballsystem von Bernard Madoff über angeblich 50 Mrd. Dollar schwer angekratzt worden. Einige der Kunden der spanischen Bank, die plötzlich vielleicht 2,3 Mrd. Euro weniger in den Taschen haben, als sie gedacht hatten, wollen sich zusammenschließen, um die Bank zu verklagen. Santander sollte sich nicht zu vehement wehren. Mit der Zeit dürfte sich eine Übereinkunft auf eine Entschädigung als weniger kostspielig erweisen.

Ein öffentliches, sich ewig hinziehendes Gerichtsverfahren wäre schlecht für das Geschäft. Wochen der Schlagzeilen über den Fall könnten dazu führen, dass die Kunden des Fondsmanagementbereichs der Bank - und zwar auch diejenigen, die von dem Betrug gar nicht tangiert wurden - ihr Vertrauen verlieren und ihr Geld abziehen.

Und selbst wenn die Bank die Klagen abwehren könnte, würde sie wahrscheinlich vor dem Kadi der öffentlichen Meinung zerrissen. Santander hat angeblich nur ein paar Wochen vor Madoffs Verhaftung, dessen "untadeliges" Timing gerühmt. Damit stellt sich die berechtigte Frage nach den Risikokontrollen der Bank.

Eine Entschädigungszahlung, auf die sich alle Parteien einigen, würde dazu beitragen, den Ruf der Bank wiederherzustellen. Und die muss vielleicht gar nicht so teuer ausfallen. Die Anwaltskanzlei Fernando Zunzunegui, die einige der Opfer vertritt, wird auf "Schadensersatz" drängen. Aber dieser potenzielle Verlust über 2,3 Mrd. Euro beinhaltet bereits die aufgeblähten ausgewiesenen Renditen von Madoff. Die Investoren wären vielleicht bereit, weniger zu akzeptieren, - besonders da andere Investitionen, wie etwa am Aktienmarkt, in den vergangenen Jahren armselige Renditen eingebracht haben.

Darüber hinaus gelingt es Santander möglicherweise, einige Kunden dazu zu überreden, auf andere Santander-Instrumente zurückzugreifen anstatt Cash zu verlangen. Es gibt da auch schon einen Präzendenzfall. Die Kunden der Privatbank von Santander, die mit Investmentvehikeln von Lehman Brothers Geld verloren hatten, erhielten Anleihen der Santander-Tochter Abbey - ein Arrangement, das die Barauslagen auf ein Minimum reduzierte.

Bank-Chairman Emilio Botin sagte, die Bank erwäge gerichtliche Schritte gegen Madoff. Aber wie andere Institute auch, die sich von Madoff haben einwickeln lassen, sollte er nicht davon ausgehen, allzu viel zurückzubekommen. Auf jeden Fall sollte der Ausgang keinen Einfluss darauf haben, ob Santander ihre Kunden entschädigt oder nicht. Santander, wie auch die anderen Kreditinstitute, mag abwarten, bis der Fall vollständig offen gelegt ist. Aber wenn sie den Abschlussbericht in Händen hält, sollte sie so schnell wie möglich in die Gänge kommen.

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