Sarin und Yahoo
Yahoo braucht einen Ruck

Arun Sarin ist im Rennen um den freien Chefsessel bei Yahoo. Sein Hintergrund macht den ehemaligen Vodafone-Boss sicher zu einem vernünftigen Kandidaten für den Posten. Tatsächlich könnten seine tief greifenden Erfahrungen im Mobilfunkgeschäft, einem möglichen Wachstumsfeld für Yahoo, genau das sein, was die Internetfirma jetzt braucht.

Arun Sarin scheint Herausforderungen zu lieben. Der ehemalige Vodafone-Boss ist nur wenige Monate, nachdem er die Telekomgesellschaft verlassen hat, jetzt in das Rennen um den Spitzenjob bei Yahoo eingestiegen. Da er auch schon Vodafone durch Untiefen gesteuert hat, wäre er sicher ein vernünftiger Kandidat für den Posten. Und tatsächlich könnten seine umfassenden Erfahrungen im Mobilfunkgeschäft, einem möglichen Wachstumsfeld für Yahoo, genau das sein, was die Internetfirma jetzt braucht.

Sarin hat Vodafone im Mai verlassen, nachdem er fünf Jahre damit zugebracht hatte, den Mobilfunkbetreiber wieder auf Wachstumskurs zu bringen. In seine Amtszeit fiel 2006 auch eine erbitterte Aktionärsschlacht, bei der sein Ruf schwere Kratzer erlitten hatte. Aber er hat Vodafone auch zu Rekordgewinnen geführt, die internationale Präsenz des Unternehmens fest verankert und die kluge Entscheidung getroffen, den Anteil des Unternehmens an dem Joint Venture mit Verizon Wireless zu behalten, der sich während seiner Ägide im Wert verdreifacht hat.

Yahoo braucht einen ähnlichen Ruck. Die Aktien der Internetfirma sind stark gefallen, um über 60 Prozent gegenüber den 31 Dollar je Aktie, die Microsoft im Februar für das Unternehmen geboten hatte. Und bei der Internetsuche verliert Yahoo immer weiter Boden an Google. Zudem gibt es da Beteiligungen, wie Alibaba und Yahoo Japan, die einige Aktionäre nur allzu gern verkaufen würden.

Aber warum sollte Sarin die Rolle als Yahoo-Chef überhaupt in Erwägung ziehen? Schließlich bestehen die Yahoo-Aktionäre aus einem verstimmten Haufen, die Macht liegt in den Händen einiger weniger Splittergruppen, darunter bei dem aktivistischen Investoren Carl Icahn, der sich jüngst einen Weg in den Board des Unternehmens erzwungen hat. Sarins Kampf der Aktionäre bei Vodafone könnte verblassen im Vergleich zu dem, was sich anbahnen könnte, wenn sich der Kurs der Yahoo-Aktien nicht erholt.

Doch sein Fachwissen im Mobilfunkbereich könnte ihn in die Arena zurücklocken. Während sich Mobilfunkgeräte rasch ausbreiten und immer raffinierter werden, dürfte auch die Werbung auf mobilen Trägern aufblühen. Google, Microsoft und Yahoo haben allesamt versucht, dieses Geschäft zu knacken, wobei sich bisher noch kein eindeutiger Gewinner abzeichnet. Sarin könnte seine weit reichenden Erfahrungen und Kontakte auf diesem Gebiet einsetzen, um Yahoo nach vorn zu bringen - und noch einmal ein Vermögen und viel Ehre dafür einheimsen.

Wenn sich Yahoo kopfüber in die Mobiltechnologie stürzt, dann könnte dies der Firma ein Mittel an die Hand geben, um den an Google verlorenen Boden wieder gut zu machen. Und kurzfristiger würde die Einstellung Sarins auf die Aktionäre wie ein lang ersehnter Vertrauensaufheller wirken.

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