Schon komisch
Aufstand der Schoko-Fans

Wenn es um Süßigkeiten geht, sind selbst die Briten nicht mehr liberal.
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Die Schokolade der britischen Traditionsmarke Cadbury schmeckt eher gewöhnlich: süß, fett und sämig. Nichts Besonderes. Geht es aber nach den Briten, dann ist Cadbury-Schokolade sterneverdächtig, der Gipfel aller Genüsse, so gut, dass sogar eherne liberale Prinzipien fallen: Cadbury darf nicht an Kraft gehen, den US-Konzern, der sich den Schokoladenhersteller für zehn Milliarden Pfund einverleiben will. Um das zu verhindern, ist den Briten jedes Mittel recht, sogar die Einmischung in die Kreditpolitik der Banken. In den letzten Tagen loteten Politiker aus, ob sie Druck auf die Royal Bank of Scotland (RBS) ausüben könnten: Es könne nicht angehen, dass die RBS die Amerikaner unterstütze, ein britisches Nationalsymbol zu übernehmen. Die britische Bank ist eines von neun Instituten, das Kraft hilft, die Übernahme zu finanzieren, und sie ist fast komplett in Staatshand, seit die Regierung ihr mit mehr als 53 Milliarden Pfund aus der Bredouille geholfen hat. Warum übt der Staat Druck auf die RBS aus? Einfacher wäre es doch, wenn er gleich ein Gegengebot für Cadbury machte. Populärer als die Bankenrettung wäre das auch.

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