Schon komisch
Der teure Schlaf der Gerechten

Statistiken sind nützliche Waffen in der politischen Auseinandersetzung. Mit einem kurzen Hinweis auf die „richtigen“ Zahlen lässt sich leicht erklären, warum eine bestimmte Politik angeblich nötig ist.
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Dumm ist nur: "Falsche" Zahlen können eine Politik aber auch als unsinnig entlarven. Ohne große Hintergedanken hat etwa das Statistische Bundesamt gestern eine unschuldige Zahl in die Welt gesetzt: Nach einem bereits guten Sommer ist die Zahl der Hotelübernachtungen in Deutschland im Oktober um ein Prozent gestiegen.

Gestiegen? Will die schwarz-gelbe Bundesregierung nicht gerade den Mehrwertsteuersatz für Übernachtungen von 19 auf sieben Prozent absenken, um dem angeblich notleidenden Gewerbe in bitterster Not zu helfen? Kurz vor der Entscheidung des Bundesrates hätten dramatisch sinkende Zahlen, Geschichten von leerstehenden Hotels und gelangweiltem, weil beschäftigungslosem Personal besser gepasst. Und die nächste unschuldige Zahl ist bereits absehbar: Ende 2010 wird das Bundesamt verkünden, dass die Übernachtungskosten trotz der niedrigen Steuer nicht gesunken sind.

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