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Schon komisch: Ein Schutzwall gegen Google

Was Eric Schmidt von Brecht, Ulbricht, Lenin und Twixt lernen kann.

Christoph Kapalschinski ist Unternehmensredakteur. Quelle: Pablo Castagnola
Christoph Kapalschinski ist Unternehmensredakteur. Quelle: Pablo Castagnola

„Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?“ Bertolt Brecht wusste eine einfache Lösung, nachdem es Staatschef Walter Ulbricht für eine gute Idee hielt, die aufständischen DDR-Arbeiter mit Panzern von Mehrarbeit zu überzeugen. Eric Schmidt ist zwar nur Chef der Horch- und Guck-Brigade Google, doch sein Plan nach Kritik an der Datensammelei ist ähnlich elegant: Künftig, so plauderte er im Redaktionsbüro des „Wall Street Journal“, werde sich sicherlich als soziale Norm durchsetzen, dass Heranwachsende ihre Namen ändern dürften, damit die Google-Suche die Saufspiel-Fotos von der Klassenfahrt oder andere online für immer gespeicherte Peinlichkeiten nicht mehr findet. Also in etwa so, wie der Schokoriegel Raider, der irgendwann Twix hieß. Oder wie sich der junge russische Adelige Wladimir Iljitsch Uljanow eines Tages Lenin nannte. Ob dessen deutscher Adept Ulbricht die Berliner Mauer vor allem als Sichtschutzwall gegen Googles „Street View“ errichten ließ, ist nicht überliefert. Immerhin: Stünde sie noch, müsste Google sich im Osten nicht mit Datenschützern rumärgern. Christoph Kapalschinski

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