Schon komisch
Gebt Opel den Indianern!

Wie US-Regierung eine Menge Probleme mit wilden Volkstämmen zu beiden Seiten des Atlantiks auf einen Schlag lösen könnte.
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Mit Erstaunen nehmen wir zur Kenntnis, dass die USA einen langwierigen Rechtsstreit mit 300 000 Indianern friedlich beendet haben. Seit 13 Jahren klagen Ureinwohner gegen die Misswirtschaft bei einem Treuhandfonds, der Gelder aus der Nutzung von 190 000 Quadratkilometern Indianerland verwaltet. Die Regierung hat nun 3,4 Milliarden Dollar Entschädigung versprochen.

Das ist ziemlich genau der Betrag, den die USA über ihren Staatskonzern GM von der deutschen Bundesregierung einfordern, um Opel zu sanieren. Warum, fragen wir Bleichgesichter, hat Washington nicht statt Bargeld GM Europe an die Indianer abgetreten? Ein solcher Deal würde drängende Probleme auf beiden Seiten des Atlantiks lösen: US-Steuerzahler müssten sich nicht länger sorgen, eigene Staatsmilliarden für den Erhalt deutscher Arbeitsplätze bei Opel zu riskieren. Die Bundesregierung wäre von ihrem Versprechen erlöst, unbedingt Opel retten zu müssen. Die Opel-Belegschaft wäre ihre ungeliebte Konzernmutter GM los und könnte mit neuen Eigentümern die Friedenspfeife rauchen. Und die Indianer könnten endlich vom Pferd auf ein richtiges Auto umsteigen, sogar "made in Germany".

Matthias Eberle
Matthias Eberle
Handelsblatt / Ressortleiter Ausland

Kommentare zu " Schon komisch: Gebt Opel den Indianern!"

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  • Selten so gelacht! Wenn diese "Endlösung" umgesetzt wird - vier auf einen Streich - wird die Welt nicht untergehn... aber vielleicht unsre wildgewordene kapitalistische Denkweise durch Rothäuete gezähmt... wäre allein schon den Versuch Wert.

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