Schon komisch
Gut, wenn man Freunde hat

Egal, ob einer verurteilt worden ist und von Interpol gesucht wird: Wahre Freundschaft lässt sich davon nicht tangieren. Vor allem, wenn man nebenbei noch ein politisches Süppchen kochen kann
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Thailands gestürzter Ex-Premier Thaksin Shinawatra hat gute Freunde. Sehr gute sogar. Freunde, die darauf pfeifen, dass Thaksin wegen Amtsmissbrauchs zu zwei Jahren Haft verurteilt wurde, dass er von Interpol gesucht wird und dass er während seiner Zeit als Ministerpräsident nicht so recht zwischen Geschäft und Amt zu trennen wusste. Hun Sen, Ministerpräsident des Thailand benachbarten und in inniger Zwietracht verbundenen Kambodscha, hat Thaksin nun Arbeit angeboten: als Regierungsberater.

Wenn Freundschaft soziologisch als "Gemeinschaft des Geistes" beschrieben wird, dann hat Thaksin eine beeindruckende Riege um sich versammelt: Nicaraguas Präsident Daniel Ortega verhilft ihm zum Diplomatenpass, Dubais Emir gewährt Gastrecht, und Hun Sen trägt den passenden Job an. Was will man mehr? Fragt sich, was Hun Sen wohl geritten hat. Wollte er Thailand einfach mal wieder einen Nadelstich versetzen? Oder geht es Kambodscha wirtschaftlich so schlecht, dass er nun auf krumme Touren setzen muss? Milliardär Thaksin kann das egal sein. Er will nur eines: auf Zack bleiben. Skrupel sind da unpassend. Geld und gute Freunde machen den Weg frei.

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