Schon komisch
Krankenbett-Getwitter

Jack Welch liegt in der Klinik und twittert. Und offenbart, dass er auch nur ein ganz normaler Mensch ist, der sich über das Fernsehprogramm ärgert.
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Niemand würde behaupten, Jack Welch sei unkommunikativ. 2001 trat er als General-Electric-Chef ab, seitdem ist der 73-Jährige unterwegs als Buchautor, Redner und Berater, ein getriebener Umtriebiger. Und nun hängt, besser: liegt er fest. Im Krankenhaus. Rückenprobleme. Immerhin: Irgendein technisches Gerät darf er verwenden, oft sind Handys oder Computer ja verboten in Krankenzimmern. Und so hält er die an ihm Interessierten über den Kurznachrichtendienst Twitter auf dem Laufenden. Die rund 600 000 Menschen, die ihn dort mitlesen, könnten den Eindruck gewinnen: Da langweilt sich einer. Und entdeckt den grauen Alltag der Medienwelt: "Das Schlimmste daran, dass ich weiter im Hospital festhänge, ist die Erkenntnis, dass zwei Geschichten die TV-Nachrichten dominieren, eine über ein bizarres Bier-Fest und eine über die letzten Stunden von Michael Jackson." Jack Welch kommt im Alltag der Normalbürger an. Dank Krankenhaus und Twitter. Vielleicht sollte man ihn in den Bereich für Kassenpatienten verlegen - dann könnte es noch richtig interessant werden.

Thomas Knüwer
Thomas Knüwer
Handelsblatt / Reporter

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