Schon komisch
Professionelle Simulanten

Molière hätte seine Freude daran gehabt: „Der eingebildete Kranke“ lässt sich jetzt als Arbeitsplatzbeschreibung lesen.
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Haben Sie das Stück mal gesehen? Da sitzt einer vorne im Lehnstuhl und hustet sich die Seele aus dem Leib - aber alles ist nur Show.

Seit zwei Jahren arbeiten nun rund 50 "Simulationspatienten" in einem Studienhospital in Münster, wie uns die "VDI-Nachrichten" verraten. Eine einmalige Sache. Die werden dafür bezahlt, im Bett zu liegen und zu stöhnen - ein echt harter Job. Die Medizinstudenten sollen so lernen, mit den Patienten zu reden - statt nur über sie.

Eine feine Sache. Und ausbaufähig. Wie wäre es mit "Simulationsbankkunden"? Oder "Simulationsbürgern" - als Einstimmung auf den Wahlkampf? "Simulationspolitiker" - nun, davon gibt es ja schon genügend, sogar in der Regierung.

Ach ja, und wenn bei Molière der Hauptdarsteller ausfällt, hier unser Tipp an den Regisseur: Rufen Sie in Münster an - da gibt es Nachwuchskräfte. Die haben sogar mit echten Medizinern geübt.

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