Schon komisch: Vierbeinige Zebrastreifen

Schon komisch
Vierbeinige Zebrastreifen

Endlich will die Moskauer Polzei - als korrupt und brutal verschrien - was für den Schutz der Fußgänger tun. Doch mit ihrer Aktion zieht sie sich den Zorn der Tierschützer zu. Eine Kolumne von Hans Eschbach.
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Die Moskauer Polizei wird immer wieder als korrupt und brutal dargestellt. Dabei hat sie wirklich humane Ideen: Um die Verkehrsteilnehmer zu schützen, ließ sie Ponys schwarz-weiß anpinseln und als wandelnde Zebrastreifen durch die Stadt führen. Damit sollten die Autofahrer dazu angeregt werden, künftig stärker auf Fußgängerüberwege zu achten. Ein bemerkenswerter pädagogischer Ansatz, der induktiv durch die Tier- zur Menschenliebe führt.

Ob er auch auf alte und neue Nomenklatura aus Partei und Oligarchie wirkt, die immer wieder durch verkehrswidrige Husarenstücke auf den Moskauer Prospekten von sich reden machen, Kollateralschäden mit Todesfolge bei nicht gepanzerten Unbeteiligten eingeschlossen? Wer sich entschließt, niedlicher Pferdchen wegen auf Fußgänger Rücksicht zu nehmen, wird vielleicht auch nicht mehr auf mehrspurigen Straßen gegen den Strom fahren. Aber die Polizei hat ihre Rechnung ohne die Tierschützer gemacht: Es kam zu Protesten. Jetzt muss sich die Obrigkeit etwas Neues einfallen lassen, um die Raser zu bändigen.

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