Schuldenabbau
Rio Tinto: Der Deal hakt

Das Wehklagen der Rio Tinto Aktionäre über die Pläne, für 20 Mrd. Dollar den chinesischen Chialco-Konzern ins Boot zu nehmen, ist verständlich. Sie sind jedoch nicht zur Passivität verdammt. Der Deal mit dem chinesischen Staatskonzern kann und sollte verhindert werden.

Am Ende könnte Chinalco - wird die Wandel-Option auf 7,2 Mrd. an Bonds genutzt - 18 Prozent der Rio-Anteile besitzen. Zwei Sitze im Verwaltungsrat ermöglichen Chinalco zukünftig eine Teil-Kontrolle über die Gruppe.

Rio wird es schwer haben, seinem größten Kunden China dann noch Höchstpreise abzuknöpfen. Das verwässert den Wert der Aktien und behindert zukünftige Kauf-Offerten für Rio. Der gute Preis, den Chinalco für die Wandelanleihen und Rio-Anteile bezahlt, macht dieses Risiko nicht wett.

Noch ist nichts verloren. Rio hat, falls der Handel platzt, einer Nichtveräußerungsklausel sowie einer Ersatzsumme zugestimmt. Das sollte niemanden von der Suche nach Alternativen abhalten. Zudem fallen 200 Mio. Strafe bei solch einem Deal kaum ins Gewicht.

Es gibt zwei Lösungswege. Die Aktionäre könnten eigenes Kapital einbringen und somit den Verkauf der Wandelanleihen unnötig machen. Mehrere große Aktionäre, darunter Legal & General und BlackRock, favorisierten bereits öffentlich eine Bezugsrechtsemission.

Das würde auch das Vorkaufsrecht der Aktionäre schützen. Sollten die großen britischen Institutionen dieses System befolgen - bei der Kapitalerhöhung von Barclays wurde es missachtet - müssen sie den Worten Taten, ergo Geld folgen lassen. Anderenfalls könnte Rio die Einwände vom Tisch wischen.

Ein weiterer Deal-Breaker wäre das Auftauchen eines Käufers für Chinalcos versprochene Anteile - BHP Billiton empfiehlt sich da als Kandidat. Der Bergbaugigant ist heiß auf die Anteile, selbst wenn es schwer wird, bei Chinalcos Gebot mitzuhalten. Die Furcht vor den Folgen einer chinesischen Teil-Übernahme sollte die Entscheidung jedoch beeinflussen. BHPs Aktionäre müssten einen höheren Kaufpreis mittragen, Rios Anteilseigner sich mit einem niedrigen Angebot, als dem der Chinesen, abfinden.

Beide Wege schließen sich nicht gegenseitig aus. Man könnte gleichzeitig Kapital von den Aktionären eintreiben und Anteile an einen rivalisierenden Bieter verkaufen. Im Hinblick auf Rios 39 Mrd. Schuldenlast klingt das sogar vernünftig.

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