Schwellenländer
Anleihevolumen auf Rekordniveau

Im ersten Halbjahr war die Emissionstätigkeit so hoch wie noch nie zuvor. Damit wurden früher in diesem Jahr abgegebene Prognosen widerlegt, die weit verbreitete Kapitalengpässe an die Wand malten. Chinesische Adressen und Unternehmensemittenten dominierten den Markt. Der größte Teil des Geschäfts entfiel auf Länder mit großen Sparvermögen. Das zeigt die Vorzüge der Sparsamkeit.
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Das Rekordniveau bei den Anleiheemissionen aus Schwellenländern in diesem Jahr zeigt die Vorzüge der Sparsamkeit. Schwellenländer und ihre Unternehmen begaben in der ersten Jahreshälfte 2009 Schuldtitel im Volumen von mehr als 292 Milliarden US-Dollar, seitdem kamen noch einmal 60 Milliarden US-Dollar hinzu. Unternehmen aus Asien, vor allem chinesischer Herkunft, dominierten das Feld der Emittenten. Die großen Sparvermögen in diesen Ländern sorgten für Nachfrage.

Das Emissionsvolumen minderte früher in diesem Jahr geäußerte Sorgen des internationalen Bankenverbandes Institute for International Finance (IIF) vor einem Kapitalmangel in den Schwellenländern. Als der IIF seine Prognose im Januar stellte, wurden Rufe laut, westliche Regierungen und internationale Organisationen sollten einschreiten, um eine Liquiditätskrise zu verhindern.

Sicher, bei einer Reihe von wirklich arg gebeutelten Volkswirtschaften wurde dies nötig. Der Internationale Währungsfonds unterstützte in großem Umfang Ungarn und die Ukraine, deren Regierungen von zweifelhafter Stabilität und Kompetenz waren. Auch Island und Lettland wurde geholfen, die Schulden- und Tilgungsposition beider Länder war spektakulär in Schräglage geraten.

Die Zahlen des ersten Halbjahres zeigen aber, dass Unternehmen in Ländern mit hohen Sparraten einen bemerkenswerten Kapitalüberschuss aufwiesen. So hat China die größten Sparvermögen, und sieben der größten Anleihemissionen mit einem Volumen von zusammen 37,5 Milliarden US-Dollar waren in Renminbi denominierte Begebungen für chinesische Banken und Unternehmen.

Bald könnte sich zum Leidwesen der USA erweisen, dass eine sparsame Bevölkerung ein riesiger ökonomischer Vorteil ist, vor allem in einer tiefen Rezession, wenn Finanzintermediäre in Schwierigkeiten sind.

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