Southern Water
Zurück in die Zukunft

Die Anlageklasse Infrastruktur für tot zu erklären, hat sich als voreilig herausgestellt. Der Kauf von Southern Water durch ein Konsortium unter der Führung von JPMorgan für über 4,2 Mrd. Pfund ist der erste große Test dafür, wie es nach der Kreditkrise um den Appetit des Marktes auf Infrastruktur bestellt ist. Danach zu urteilen, lebt der Markt noch – wenn es um die richtigen Unternehmen geht.

Sicher, der Preis stimmt mit dem überein, was sich der derzeitige Besitzer, die Royal Bank of Scotland, vorgestellt hat, als sie den Versorger Mitte Juli zum Verkauf gestellt hat. JPMorgan zahlt das 1,27-Fache des regulierten Anlagevermögens, das für dieses Jahr prognostiziert wird. Macquarie und 3i hatten Anfang des Jahres ein vergleichbares Vielfaches für Thames Water bzw für Anglian Water gezahlt.

Natürlich sieht der Preis hoch aus, wenn man ihn mit dem börsennotierten Sektor der Wasserversorger vergleicht. Dort verzeichnen die Kurse im Durchschnitt einen Aufschlag von zwölf Prozent gegenüber dem regulierten Anlagevermögen. Aber Southern Water verbucht das am schnellsten wachsende regulierte Anlagevermögen aller britischen Wasserversorger. Das Wachstum dürfte für den Rest des laufenden fünfjährigen Regulierungszeitraums bei 13,4 Prozent liegen gegenüber einem Sektor-Durchschnitt von 5,5 Prozent. Southern verbucht zudem den zweithöchsten genehmigten durchschnittlichen Preisanstieg von 5,6 Prozent und ist eine von nur zwei Wassergesellschaften, die ihr derzeitiges Investitionsprogramm rechtzeitig abschließen werden.

Aber der Schlüssel zum Erreichen dieses Preises lag in der Verfügbarkeit von Fremdkapital. JPMorgan lässt eine bestehende Verbriefung über 2,3 Mrd. Pfund unangetastet, hat sich aber eine Kreditfinanzierung über weitere 500 Mill. Pfund gesichert. Rechnet man bestehende Vorzugsaktien hinzu, beträgt das gesamte Fremdkapital rund 94 Prozent des regulierten Anlagevermögens und liegt damit auf der Linie von Thames und Anglian. Darüber hinaus haben sich die Kosten für die neuen Schulden gegenüber dem Sommer nur leicht erhöht.

Das ist vielleicht keine Überraschung. Die Anleiherenditen im Wassersektor haben sich gut gehalten, gelten die Wassergesellschaften doch als sicherer Hafen. Andere führende Versorger wie Eon und Thames Water hatten in den vergangenen Wochen kaum Schwierigkeiten, fällig werdende Schuldtitel zu refinanzieren. Aber während der Verkauf von Southern mit Sicherheit wieder Übernahme-Spekulationen im Wassersektor entfacht, ist es wahrscheinlich zu früh, um Schlussfolgerungen über andere Infrastruktur-Werte zu ziehen - besonders über einige der risikoreicheren, nicht traditionellen Unternehmen, die auf dem Höhepunkt des Booms ins Visier der Infrastruktur-Fonds geraten waren.

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