Sovereign Wealth Fund: Indien braucht keinen eigenen Staatsfonds

Sovereign Wealth Fund
Indien braucht keinen eigenen Staatsfonds

Das Land denkt angeblich darüber nach, seinen eigenen SWF zu kreieren. Dabei ist Indien nicht alleine. Auch Japan, Saudi Arabien und Libyen sind alle versucht, der neusten Investment Mode zu folgen. Aber diese Fonds sind nicht für jedermann geeignet. Indien könnte und sollte seine eigenen Reserven in fremder Währung besser gebrauchen.

Indien kann viele Dinge gebrauchen - aber keinen Staatsfonds. Das Land spielt angeblich mit der Idee, 285 Milliarden Dollar Reserven in fremder Währung in ein staatseigenes Investmentvehikel einzuspannen. Dies würde das Land in eine neue Entwicklungsweltelite stellen - neben solch barmittelreichen Ländern, wie China, Abu Dhabi, Qatar, Kuwait und Singapore.

Staatsfonds sind schnell ein modernes Spielzeug der Regierungen geworden. Im letzen Monat haben Japan, Saudi Arabien und Libyen ihr Interesse bekundet, ihre Reserven in Langzeiterträge umzustrukturieren. Von den 20 größten Staatsfonds - mit 2,5 Billionen Dollar Vermögen weltweit - sind neun seit der Jahrtausendwende gegründet worden.

Es scheint, dass Indien genug Geld hat, um mitzuspielen, aber nur in der zweiten Liga. Mit 285 Milliarden Dollar sind die Fremdwährungsreserven im letzten Jahr um 100 Milliarden Dollar gewachsen, und waren im Jahr 1991 bei nur 1,5 Milliarden Dollar.

Aber die Barmittel repräsentieren nicht unbedingt das Staatsvermögen. Entgegen alteingessenen SWF Rivalen, sind Indiens Reserven nicht das Ergebnis hoher Handelspreise oder großen Rücklagen. Das Land hält ein Leistungsbilanzdefizit von 2% BIP. Es muss eine gute Barmittelsumme parat halten, um sicherzustellen, dass der Handel floriert.

Noch wichtiger, Indien ist noch immer sehr arm und ruft nach großen Investments. Das Investment in Indien beträgt 33% des BIP, weit hinter Chinas 43%. Die Regierung erkennt das Problem. Der letzte Fünfjahresplan schließt 492 Milliarden Dollar an Ausgaben für die Infrastruktur ein, aber es wird vom der Privatwirtschaft erwartet, mit 2/3 der Barmittel aufzukommen. Es wäre sinnvoll, jegliche nicht benötigte Auslandswährung zur Mehrung des Staatsanteils zu verwenden.

Längerfristig betrachtet, würden die Erträge aus sogar bescheidenen aber gut durchdachten heimischen Investments, jene aus den Staatsfonds übertreffen. Wenn indirekter sozialer Nutzen in dieser Rechnung berücksichtigt wäre, kippt die Bilanz noch weiter in die Richtung einer "Indien-Zuerst" - Investitionspolitik.

SWFs sind zwar in Mode, aber Indien sollte kein Modeopfer werden.

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