Soziale Netzwerke
MySpace will Facebook den Groove rauben

Rupert Murdochs MySpace ist Berichten zufolge im Begriff iLike, die beliebteste Musikanwendung auf Facebook zu kaufen. Finanziell ist der Deal nicht von großer Bedeutung, er könnte aber darüber entscheiden, ob es den beiden dominanten sozialen Netzwerke gelingt, zusammenzuarbeiten – oder ob sie sich an die Kehle gehen.
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Berichten zufolge ist MySpace im Begriff iLike, die beliebteste Musik-Applikation auf Facebook, zu kaufen. Finanziell ist der Deal nicht von großer Bedeutung, er könnte aber darüber entscheiden, ob es den beiden dominanten sozialen Netzwerke gelingt, zusammenzuarbeiten - oder ob sie sich an die Kehle gehen.

Die Musikbörse iLike, die unter anderem vom früheren AOL-Manager Bob Pittman unterstützt wird, passt gut zu MySpace, das ursprünglich als Band- und Musikerplattform an den Start ging, bevor Murdochs News Corp. das Netzwerk vor vier Jahren übernahm. Aber iLikes Erfolg ist untrennbar mit seiner Popularität bei der MySpace-Konkurrenz verknüpft, vor allem bei Facebook.

Das soziale Netzwerk, das von einem Harvard-Studenten im Studentenwohnheim ins Leben gerufen wurde, nahm den Dienst iLike mit Begeisterung auf und erkannte ihm den speziellen Facebook-Status "Great App", großartiges Programm, zu. In den drei Jahren seit Einführung des Dienstes, der es Nutzern ermöglicht, ihre Lieblingsmusik auch Freunden digital zugänglich zu machen, gewann iLike 50 Millionen Anwender.

Gelingt es MySpace tatsächlich, sich iLike zu schnappen, gerät Facebook in die missliche Lage, zwischen zwei nicht gerade wünschenswerten Alternativen zu wählen. Einerseits kann Facebook iLike weiter zur Verfügung stellen und damit zulassen, dass MySpace die Plattform nutzt, um Nutzer auf die eigene Website zu lotsen. Oder Facebook muss auf den populären Dienst verzichten. Das aber könnte die Nutzer ärgern und dem bisher erfolgreichen Konzept schaden, eine offene Plattform zu bieten, auf der Entwickler eingeladen sind, ihre kreativen Muskeln spielen zu lassen.

Bisher existierten die Sites in friedlicher Koexistenz, auch wenn Facebook dem älteren Rivalen zuvorgekommen ist und MySpace sich einen früheren Facebook-Manager schnappte. Aber mit der Übernahme von iLike könnte MySpace die Möglichkeit erhalten, stärker als je zuvor im Facebook-Vorgarten zu wildern. In Anbetracht der Alternativen wird Facebook jedoch MySpace weiter als Freund behandeln müssen.

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