Spanische Banken
Ein Platz an der Sonne

Es ist nicht gerade der günstigste Zeitpunkt, um in Spanien Immobilien zu kaufen. Und doch hat sich Santander jüngst Immobilienwerte über 1,2 Mrd. Euro gesichert. Mit dem Kauf vermeidet es die Bank, Rückstellungen für Not leidende Kredite oder schmerzhafte Abschreibungen vornehmen zu müssen. Aber der Schritt ist nicht ganz ohne Risiko.

Es ist nicht gerade der günstigste Zeitpunkt, um in Spanien Immobilien zu kaufen. Der Verkauf von Häusern ist stark rückläufig, und die Häuserpreise dürften folgen. Und doch hat Santander jüngst 1,2 Mrd. Euro ausgegeben, um sich Immobilienwerte zu sichern. Für eine Bank, die sich fast überschlagen hat, um zu betonen, wie begrenzt ihr Engagement bei spanischen Grundstücks- und Immobilienentwicklern ist, erscheint dies vielleicht seltsam. Aber der Schritt hat durchaus seine Vorzüge.

Einen Bauträger in die Pleite zu treiben, wie es die Kapitalgeber von Martinsa Fadesa jüngst zugelassen haben, wird von schmerzhaften Nebenwirkungen begleitet - die Kredite an das Unternehmen müssen abgeschrieben werden. Aber wenn die Bank einige Immobilien von dem Bauträger kauft, wie es Santander getan hat, dann hat die Baugesellschaft Bares an der Hand, das sie der Bank zurückzahlen kann. Santander hat Immobilien gekauft, die durch ihre eigenen Kredite an die Entwickler finanziert wurden. Gewöhnlich setzen die Entwickler mindestens 90 Prozent des Barbetrags, den sie erhalten, dazu ein, um die Kredite an Santander zurückzuzahlen.

Das Schöne an solchen Geschäften ist, dass diese Transaktionen den Wert Not leidender Kredite niedrig halten. Und Santander muss auch keinen Verlust ausweisen. Sicher, einmal im Jahr muss die Bank eine Neubewertung vornehmen. Aber Santander hat die Gebäude vermutlich zu einem guten Preis erworben. Und sie will an ihnen festhalten, bis sich derMarkt so weit erholt hat, dass ein rentabler Verkauf möglich wird.

Doch solche Abschlüsse sind nicht nur eitel Sonnenschein. Die Bank wird Immobilien halten, die weniger als ein Kredit abwerfen. Und sie schließt eine Wette auf den Immobilienmarkt ab.

Wessen Immobilien kauft Santander? Dazu will sich das Kreditinstitut nicht äußern. Aber Santander gehört zu den Banken, die mit Reval Urbis, der ins Trudeln geratenen spanischen Immobiliengruppe, über eine Umschuldung eines Kredits über drei Mrd. Euro verhandeln. Das Unternehmen, das im Bereich der Entwicklung von Wohngebäuden und damit in dem am schwersten in Mitleidenschaft gezogenen Sektor tätig ist, hat bereits 312 Mill. Euro und eine Option auf weitere 69 Mill. Euro aus dem Verkauf von Wohneinheiten an ein Gemeinschaftsunternehmen mit Banesto gesammelt, an dem Santander zu 88 Prozent beteiligt ist. Banesto wird die Wohnungen über ihr Niederlassungsnetz anbieten.

Santander ist mit einem Eigenkapital von 55 Mrd. Euro und einer Kernkapitalquote von 7,8 Prozent in einer recht guten Position, um Immobilien zu kaufen und auf bessere Zeiten zu warten. Andere Banken - und deren Kunden - haben diese Option vielleicht nicht.

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