Staatsfonds
Zwei Fonds sind besser als einer

Staatsfonds denken wohl über neue Kapitalspritzen für krisengeschüttelte westliche Banken nach. Das gehört zu einem Trend, mehr Geld in Aktien zu stecken. Diese Umschichtung bringt mehr Risiko in die Portfolien. Eine Antwort darauf wäre, dass Regierungen separate Fonds mit hohem und niedrigem Risiko auflegen.

Staatsfonds nehmen mehr Risiko auf sich. Dieser größere Appetit ist sinnvoll, doch er muss von einer stärkeren Portfolioverwaltung begleitet werden.

Staatsfonds, die an Kapitalknappheit leidenden westlichen Banken vor ein paar Monaten zu Hilfe gekommen sind, haben bislang schlecht abgeschnitten. Obwohl man sich mit Verlusten von fast 40 Prozent beim ersten Mal die Finger verbrannt hat, denken einige über eine neue Runde von Kapitalspritzen nach. Die Kuwait Investment Authority hat darauf hingewiesen, dass die Beteiligungen an Citigroup und Merrill Lynch erhöht werden könnten. Auch Lehman Brothers und Barclays werden Gespräche mit Staatsfonds nachgesagt.

Dies ist Teil eines Trends. Staatsfonds widmen einen größeren Teil ihrer Portfolien ertragsstärkeren Anlageklassen. Risikofreie Anleihen sind nicht länger das vorherrschende Anlageziel. Von den geschätzt 2,5 Billionen US-Dollar an verwaltetem Gesamtvermögen investieren Staatsfonds nun wohl 49 Prozent in Aktien und alternative Anlageformen wie Immobilien und privates Beteiligungskapital.

Doch Staatsfonds werden auch anstreben, die erhöhten Risiken zu minimieren und potenziellen Spott zu vermeiden, wie er etwa aus Chinas desaströsem Einstieg bei Blackstone und Katars Verlust aus der Beteiligung an der London Stock Exchange entstanden ist. Sicher würden derartige gelegentliche Stolperer nicht jeden ruinieren, doch es besteht die Gefahr, dass sich solche Ausfälle multiplizieren.

Anders als Pensionsfonds haben die meisten Staatsfonds keine Verpflichtungen, die besondere Vorsicht erfordern. Die Chance, durch die Kreditkrise groß abzukassieren, hat sogar traditionell konservative Fonds wie Singapurs GIC dazu verleitet, ungewöhnlich hohe Wetten einzugehen.

Ein Weg, um peinliche Fehler zu vermeiden, ist der Beginn mit einem klaren Mandat. Existierende Ziele sind tendenziell sehr vage, etwa das Erreichen langfristiger Erträge, die Diversifizierung über Öleinnahmen hinaus oder das Eingehen strategischer Beteiligungen.

Wenn Regierungen ihren Reichtum nicht verschleudern und Fehler nicht wiederholen wollen, wie sie von ölreichen Staaten in den 1970er Jahren gemacht wurden, brauchen Staatsfonds auf der Suche nach hochriskanten opportunistischen Anlagen diszipliniertere Schutzvorkehrungen.

Hier ist ein einfacher Vorschlag: Regierungen sollten separate Fonds für Anlagen mit hohem und niedrigen Risiko auflegen, jeder mit klaren Zielrenditen und akzeptablen Schwankungsniveaus. Dies würde es zumindest leicht machen, zu erkennen, welche Fonds ihren Appetit im Griff haben.

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