Stahlbranche
Arcelor-Mittal bleibt seinen Vorsätzen treu

Der weltgrößte Stahlproduzent hat seine Dividende halbiert und verfolgt eine energische Kostensenkungsstrategie. Ohne Einmal-Abschreibungen macht Arcelor aber immer noch Gewinn und ist auf dem richtigen Kurs, seine Schuldenabbauziele zu erreichen. Insgesamt ein beeindruckender Erfolg unter extrem schwierigen Bedingungen.

Der weltgrößte Stahlproduzent hat seine Dividende halbiert und verfolgt eine energische Kostensenkungsstrategie. Ohne Einmal-Abschreibungen macht Arcelor aber immer noch Gewinn und ist auf dem richtigen Kurs, seine Schuldenabbauziele zu erreichen. Insgesamt ein beeindruckender Erfolg unter extrem schwierigen Bedingungen.

Als Reaktion auf die schwache globale Nachfrage kürzte Arcelor seine Produktion um massive 45 Prozent - und damit um rund 10 Prozent mehr, als der Konzern seinen Aktionären zuvor avisierte. Der Nachdruck, mit dem der Stahlproduzent seine Lagerbestände kürzt und Arbeitsplätze abbaut, verursachte im abgelaufenen Quartal einen einmaligen Abschreibungsbedarf in Höhe von 4,4 Milliarden Dollar. Sieht man von dieser Position einmal ab, erwirtschaftete Arcelor einen Betriebsgewinn von fast einer Milliarde Dollar und damit das 1,5-fache seiner Nettozinskosten. Das ist beruhigend.

Arcelor hat wichtige Schritte unternommen, seine Bilanz zu stärken. In nur einem Quartal hat der Konzern schon 60 Prozent des bis Ende 2009 angestrebten Schuldenabbaus von insgesamt 10 Milliarden Dollar erreicht. Mehr als die Hälfte davon kam durch Einmalaktionen zustande - darunter der Verkauf einer Beteiligung an einem deutschen Stahlwerk für eine Milliarde Dollar und die Auflösung von Währungsabsicherungen im Wert von 2,5 Milliarden Dollar -, aber es sieht immer noch ganz danach aus, als könnte Arcor sein Ziel vorzeitig erreichen.

Darüber hinaus hat Arcelor auch die Fälligkeiten der drückendsten Schulden verlängert. Anleger machten sich in der Vergangenheit vor allem Sorgen über ein Schuldenpaket von 8 Milliarden Dollar, das 2010 zur Rückzahlung anstand. Durch die Vorverlegung der Kreditverhandlungen und die vorzeitige Vereinbarung zukünftiger Ausleihungen konnte Arcelor inzwischen sicherstellen, dass bis 2012 pro Jahr nicht mehr als 4 Milliarden Dollar fällig werden. Diesen Betrag sollte Arcelot aus dem Cashflow decken können, der durch die Entscheidung, die Dividende um die Hälfte zu kürzen, um 1 Milliarde aufgepolstert wird.

Abschreibungen und Dividendenkürzungen sind nie willkommen, aber Arcelor verdient Respekt für seine entschlossene Handlungsweise. Vielleicht hilft es auch, dass die Mittal-Familie, die den Konzern über ihre Mehrheitsbeteiligung kontrolliert, in der Branche schon viele trübe Jahre erlebt hat. Die drastischen Schritte haben jedenfalls dazu beigetragen, dass das vierte Quartal besser ausfiel, als viele Analysten befürchtet hatten. Ob das Unternehmen mit seiner Einschätzung Recht behält, dass der schlimmste Teil des Konjunkturzyklus nun überwunden ist, oder nicht - Arcelor scheint gut gewappnet gegen alles, was da kommen mag.

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