Starbucks
Weihnachtsmischung

Starbucks Kunden sind für ihre leidenschaftliche Loyalität bekannt. Die Investoren der in Seattle beheimateten Kaffeehauskette sind da schon wankelmütiger. So purzelte der Kurs der Starbucks-Aktie im vergangenen Jahr um 40 Prozent. Noch ist die Bewertung solide, aber der Ausverkauf hat aus Starbucks auch einen möglichen Übernahmekandidaten gemacht.

Starbucks Aktionäre sind es nicht gewohnt, negative Zahlen zu sehen. Seit dem Börsengang im Jahr 1992 entwickelte sich die Aktie steil nach oben, von Aktiensplit bereinigten 53 Cents pro Aktie auf fast 40 Dollar im vergangenen Jahr. Seit der Zeit als es kaum eine ordentliche Tasse Kaffee in den Vereinigten Staaten gab, besaß Starbucks die Lizenz zum Gelddrucken.

Inzwischen hat die Kette aber kein Monopol mehr auf guten Kaffee. Dunkin Donuts, Panera Bread und sogar McDonalds haben ihre Qualitäten als Meister der Kaffeebrühkunst bewiesen. Und mit mehr als 10.600 eigenen Standorten allein in den USA – täglich kommen 5 neue hinzu – muss sich Starbucks allmählich ernsthafte Gedanken über Fragen der Marktsättigung machen. Nimmt man die steigenden Kosten für Milch, Kaffeebohnen und andere wesentliche Zutaten hinzu, versteht man schnell, warum Analysten die Stirn in Falten ziehen.

Für Contrarians, also Investoren, die gegen die Marktströmung investieren, könnte hier eine Gelegenheit reifen. Zugegeben, auf kurze Sicht wirkt Starbucks nicht gerade verlockend, aber mit der heutigen Bewertung ist das Unternehmen sehr viel leichter zu schlucken. Um sein Kurs/Gewinn-Verhältnis von 21 auf Basis der für 2008 erwarteten Gewinne zu rechtfertigen, muss Starbucks das Gewinnwachstum des breiten Marktes über die nächsten fünf Jahre um rund 5 Prozent übertreffen.

Diese Hürde sollte nicht allzu schwer zu nehmen sein. In Übersee gibt es noch reichlich jungfräuliches Terrain für das Unternehmen zu erschließen und selbst die pessimistischsten Marktbeobachter an Wall Street erwarten von Starbucks ein Ergebniswachstum von 16 Prozent im kommenden Jahr. Die Erwartungen für den S&P 500 bewegen sich dagegen im mittleren einstelligen Bereich.

Natürlich qualifiziert sich Starbucks mit dem Verkauf von 5-Dollar-Kaffees nicht gerade als defensiver Wert, zumal die Konsumenten den Gürtel vor dem Hintergrund einer drohenden Rezession enger schnallen. Aber wie jeder Koffein-Junkie bestätigen kann, lässt sich über den morgendlichen Gang zu Starbucks nicht so frei entscheiden, wie man vielleicht glaubt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%