Starke Währung, schwache Länder: Das Eurozonenexperiment auf dem Prüfstand

Starke Währung, schwache Länder
Das Eurozonenexperiment auf dem Prüfstand

Der Euro sollte die Volkswirtschaften der Eurozone stärken. Aber kann die Übernahme einer starken Währung schwachen Ländern Sicherheit bringen? Jetzt, wo einige Länder mit wachsender Arbeitslosigkeit und zunehmenden Haushaltsproblemen zu kämpfen haben, sieht Ian Campell das Eurozonenexperiment vor seiner ersten großen Bewährungsprobe.

Die Eurozone steht vor dem ersten großen Wirtschaftsabschwung ihres noch jungen Lebens. Wie sich das Gemeinschaftsexperiment schlagen wird, ist noch absolut unsicher.

Der gerade einmal 10 Jahre alte Eurojunge wirkt an der Schwelle der globalen Rezession erwachsen. Bei einem Kurs von rund 1,32 Dollar ist er mehr wert als bei seinem Start zu 1,17 Dollar und sogar sehr viel mehr wert als in den Jahren 2000 bis 2002, als der steil steigende Dollar den noch in den Kinderschuhen steckenden Euro auf unter 90 Dollarcent einschüchterte. Der Euro wird bewundert. Gerade erst ist die Slowakei seiner Währungszone beigetreten. Andere Länder wollen schnell folgen, um ebenfalls von der Eurostärke zu profitieren.

Aber Wert und Prestige einer Währung sind nicht immer die besten Indikatoren für die zugrundeliegende Wirtschaftskraft und Beständigkeit. Das Pfund Sterling war noch vor Kurzem mehr als 2 Dollar wert. Dann aber gingen die britische Wirtschaft und das Pfund auf Talfahrt. Der argentinische Peso war ein Jahrzehnt lang einen Dollar wert, bevor Argentinien zahlungsunfähig wurde und abwerten musste, das Experiment Dollarbindung wurde aufgegeben.

Argentiniens System der Anbindung an eine Ankerwährung mit fixiertem Wechselkurs und Währungsreserven, die zur Deckung der monetären Basis dienen, galt in der Theorie als stabil. Es zeigte sich aber, dass das System Schwächen hatte. Die starre Verbindung zwischen einer kleinen, verschuldeten, historisch schlecht geführten und schwachen Volkswirtschaft und der weltweiten Leitwährung machte Argentinien im Endeffekt nicht stark.

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