Steven Spielberg
Von Bollywood nach Hollywood

Anil Ambani hat Indien bereits mit Energie, Telekommunikation und Finanzdienstleistungen versorgt und will dieser Mischung jetzt auch noch einen Hauch von Afrika beimischen. Aber zufrieden ist der 40 Mrd. Dollar schwere indische Magnat immer noch nicht. Jetzt könnte er auch noch die Filme von Steven Spielberg finanzieren. Ambani ist ein stark beanspruchter Mann.

Der Ehrgeiz von Anil Ambani ist scheinbar grenzenlos. Den indischen Subkontinent mit Energie, Telekommunikation und Finanzdienstleistungen zu versorgen, stellt den Inder, der laut Forbes mehr als 40 Mrd. Dollar schwer ist, nicht zufrieden. Gerade ist er dabei, dieser Mischung einen Hauch von Afrika beizumengen. Seine Reliance Telecom verhandelt darüber, den größeren südafrikanischen Mobilfunkbetreiber MTN zu übernehmen. Und damit nicht genug: Laut einem Bericht des "Wall Street Journal" steht Ambani kurz davor, Steven Spielbergs Filme zu finanzieren. Ambani könnte sich übernehmen.

Nur ein einziges seiner indischen Unternehmen zu leiten, würde die meisten Sterblichen schon stark unter Druck setzen. Der Energiebedarf des schnell wachsenden Landes scheint unstillbar zu sein. Ein enormer Prozentsatz der Bevölkerung des Landes hat noch kein Bankkonto, geschweige denn eine Kreditkarte. Und das Wachstum im Bereich Mobilfunk ist erstaunlich. Die indische Regierung schätzt, dass der Markt in den kommenden vier Jahren um rund 400 Millionen neue Nutzer wachsen wird.

Aber Ambani hat noch mehr am Hals. Seine Holding plant Börsengänge für den Funkturmbereich und die Telekom-Gruppe. Und die Übernahme von MTN fordert ihn zusätzlich, denn sein Bruder Mukesh, der etwas reicher, aber genauso ehrgeizig ist wie Anil, will die Akquisition blockieren. Er behauptet, das Vorkaufsrecht zu haben und bezieht sich zur Begründung auf Konditionen, die in einem erbittert ausgefochtenen Abkommen über die Aufteilung des Imperiums der Familie Ambani im Jahr 2005 ausgehandelt wurden.

Vielleicht stellt die Übereinkunft mit Spielberg nur eine angenehme Abwechslung für Ambani dar - eine Kapitalbeteiligung über bis zu 600 Mill. Dollar ist für ihn kaum mehr als ein Rundungsfehler. Sie könnte ihn allerdings einen beträchtlichen Teil seiner Zeit kosten. Denn auch die Egos in Hollywood sind sehr groß und müssen umhegt werden. Schließlich war Spielbergs Unternehmen Dreamworks erst 2006 an Viacom verkauft worden. Und was ein Manager, der so beansprucht ist wie Ambani, definitiv nicht hat, ist Zeit.

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