Stock-Picking
Auswählen und lächeln

In einem von Angst erfüllten Markt bringt es nicht viel, wenn man auf die Fundamentaldaten achtet. Aber die Korrelationen zwischen den einzelnen Aktien scheinen sich langsam wieder aufzulösen und sich von ihren Rekordständen zu entfernen. Das ist kaum ein Allheilmittel für die Schwierigkeiten des Markts, aber für „Stock-Picker“ klingt es gut.

Der Ausdruck “Ein Markt für Stock-Picker” hört sich ja ziemlich abgedroschen an. Aber er könnte das Marktumfeld für Aktienfondsmanager nach dem Platzen der Kreditblase vielleicht noch am besten umschreiben. Was einfache Verkaufs- oder gar Kaufpositionen angeht, so sind die Tage des leicht verdienten Geldes auf jeden Fall vorbei. Aber für jene, die die Gewinner und Verlierer zielsicher aufspüren und voneinander unterscheiden können, bietet sich die Gelegenheit zu brillieren.

Während ihrer Panikattacken halten sich die Investoren nicht lange mit Details auf. Wenn sich die schlechten Nachrichten überschlagen, werden gewöhnlich die guten und die schlechten Papiere gleichermaßen über einen Kamm geschoren. Im Fachchinesisch des quantitativen Ansatzes wird dieses Phänomen in jüngsten Untersuchungen von Credit Suisse wie folgt bestätigt: die Intra-Portfolio-Korrelation des S&P-500-Index bewegt sich fast auf dem höchsten Stand seit zwei Jahrzehnten.

Während es für die Berechnung dieser Aussage einer hohen Dichte an griechischen Buchstaben bedarf, ist die eigentliche Botschaft doch eher eine Sache des Instinkts: Wenn die Beziehungen zwischen den einzelnen Bestandteilen eines Index eng sind, dann tendieren Aktien dazu, sich in Übereinstimmung miteinander zu bewegen.

Das ist gut für Fonds, die große Richtungswetten abschließen. Es überrascht kaum, dass im ersten Quartal Makro-Fonds und erklärte Leerverkäufer zu den Hedge Fonds-Strategen mit der besten Performance gehörten. Beide Gruppen fanden sich am Ende des Quartals in der Gewinnzone wieder verglichen mit einem Verlust über 2,6 Prozent beim HFR Hedge-Fonds-Index insgesamt.

Aber ein Umfeld hoher Korrelation macht es Stock-Pickern teuflisch schwer, sich ihren Lebensunterhalt mit der Unterscheidung zwischen Gewinnern und Verlierern zu verdienen. Das hat auch einige bekannte traditionelle Manager wie Bill Miller von Legg Mason ziemlich aus dem Konzept gebracht. Auch Long-Short-Manager machen schwere Zeiten durch, sie liegen seit Anfang des Jahres hinter ihren Hedge Fund-Kollegen zurück.

Da sich die engen Beziehungen der Aktien untereinander langsam wieder auflösen, könnten sich bessere Tage ankündigen. Das heißt nicht, dass der US-Markt die Talsohle erreicht hat. Tatsächlich könnte es noch schlimmer kommen. Aber während sich der Staub langsam legt, könnten gewiefte Stock-Picker es leichter haben, ihre Gebühren zu rechtfertigen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%