Studienkreditklemme
Die Musik ist raus

Die Implosion der Blase für Studienkredite trifft Bildungsorganisationen, die gewinnorientiert arbeiten, hart. Das kann man gut an Apollo Group sehen. Obwohl die Firma mehr Geld dafür ausgab, um Studenten anzulocken, reagierten die Investoren enttäuscht auf die Zahl der Neukunden. Die Apollo-Aktien gaben kräftig nach – und das zu Recht.

Von Apollo Group sind neuerdings keine süßen Töne mehr zu hören. Das Bildungsunternehmen, das gewinnorientiert arbeitet, ist hart von der Implosion der Blase für Studienkredite getroffen worden. Dabei hatte die Gruppe den Betrag, den sie für die Neugewinnung von Studenten ausgibt, im vergangenen Quartal binnen Jahresfrist um 20 Prozent angehoben.

Doch die Zahl neuer Studenten ist hinter den Erwartungen zurückgeblieben, da es ihnen schwerer gefallen ist, Kredite für die Abzahlung der Studiengebühren aufzutreiben. Die Aktionäre haben die Apollo-Titel am Freitag - zu Recht - um 27 Prozent abgestuft.

Die Schwierigkeiten von Apollo dürften sich wohl noch verstärken. Bildungsfirmen mit kommerziellen Interessen waren mit Hilfe billiger und reichlich vorhandener Studienkredite kräftig gewachsen. Die Kreditkrise hat dem ein Ende gesetzt. Nicht nur staatliche Darlehen für die Ausbildung werden zunehmend seltener angeboten, auch Privatkredite werden rarer und zugleich teurer und restriktiver.

Es scheint, als ob aussichtsreiche Studenten tiefer in den eigenen Taschen graben müssten, um einen Hochschulabschluss zu ergattern. Einige von ihnen werden gar nicht erst in der Lage sein, ein College zu besuchen. Mehr in den Verkauf und in die Werbekosten zu stecken, kann das Wachstum vielleicht kurzfristig stabilisieren, aber dem sind Grenzen gesetzt.

Apollo gibt bereits 29 Prozent der Einnahmen für das Anwerben von Studenten aus. Legt man da noch mehr drauf, dann läuft man Gefahr, dass die Gebühren noch weiter steigen oder dass das Budget für den Lehrbetrieb sinkt – dies sind kaum attraktive Optionen für die Studenten, die ohnehin schon blank sind.

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