Subprime-Hypothekendarlehen
Panikzustände

Der Großbrand bei den Subprime-Hypothekendarlehen war ursprünglich durch den umfangreichen Einsatz von Fremdkapital angeheizt worden. So mussten etwa Hedge Fonds von Bear Stearns Vermögenswerte verscherbeln, um für die Mindestdeckung ihrer Kredite zusätzliche Mittel bereitstellen zu können. Jetzt aber hat das Feuer auch andere erfasst. Nun ist Geduld gefragt.

Der Großbrand bei den US-Hypothekendarlehen zweitklassiger Bonität hat auf unheilvolle Weise eine wichtige Brandmauer überwunden. Ursprünglich war die Feuersbrunst durch die Rücknahme von Anteilen seitens Investmentfonds, die im Subprime-Sektor investiert waren, beschleunigt worden. Die Verluste dieser Fonds – wie etwa die der beiden Hedge Fonds von Bear Stearns - waren durch Forderungen angeheizt worden, zusätzliche Mittel zur Mindestdeckung ihrer umfangreichen Kredite bereitzustellen. Die jüngsten Opfer dagegen sind weitgehend fremdkapitalfreie Investmentvehikel für Kommunalobligationen. Aber ihr Verzicht auf Fremdkapital und ihr nur moderates Engagement bei Investitionen, die auch nur entfernt mit dem Subprime-Sektor in Berührung kommen, hat sie nicht gerettet.

Die Investmentfonds, die von den US-Bundesstaaten Florida, Montana und Connecticut verwaltet werden, sind in unterschiedlichem Ausmaß davon getroffen worden, dass sie Krediten ausgesetzt sind, die von Investmentvehikeln für strukturierte Produkte (SIVs) ausgegeben worden sind. Die Rating-Agenturen scheinen sich einen regelrechten Wettstreit zu liefern, wer die Kredite der SIVs am schnellsten herabstufen kann. In der vergangenen Woche hatte Moody’s berichtet, man prüfe die Bonität von Schuldtiteln über 100 Mrd. Dollar. Verschreckte US-Gebietskörperschaften und Schul-Distrikte, die ihre überschüssigen Barmittel in den staatlich verwalteten Fonds parken, drängelten sich darum, sie abzuziehen.

Die umfangreichsten Rücknahmen wurden in Florida verzeichnet, wo ein Fonds über 27 Mrd. Dollar binnen weniger Wochen auf nur noch rund 15 Mrd. Dollar geschrumpft war, bevor die Rücknahmen ausgesetzt wurden. Die Fondsverwalter hatten einen Vorschlag unterbreitet, den Investoren des Fonds 90 cts für den Dollar zu bieten, damit sie ihre Gelder in diesem Monat abziehen durften. Aber ein Aufsichtsgremium der Investoren hat die Idee verworfen.

Dabei hätte ein solcher Ansatz durchaus seine Vorzüge. Die Investoren hätten zumindest etwas Geld gesehen. Und der Fonds hätte seine unbeeinträchtigten Vermögenswerte verkaufen und die SIV-Kredite halten können, um abzuwarten, ob sie später noch den Nennwert oder zumindest seine Nähe erreichen. Wenn ja, dann hätte der Fonds die zusätzlichen Erlöse verteilen und so gut wie möglich für das Wohl der Investoren sorgen können.

Die Forderung der Anleger, 100 cts für den Dollar zu erhalten, ist zwar verständlich, schließlich waren sie davon ausgegangen, dass es sich hier um einen fast risikolosen Fonds handelt. Aber sich jetzt unerbittlich zu zeigen, könnte unnötigen Schaden anrichten. In Fällen, in denen ein Fonds nicht gezwungen ist, Vermögenswerte zu verkaufen, um Nachschussforderungen zu erfüllen, ist es vielleicht am besten, sich zurückzulehnen und zu versuchen, den Liquiditätsengpass zu überstehen.

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