Suez
Seltsamer Humor

Er habe Suez in Wirklichkeit „verstaatlicht“, als er die Fusion zwischen Suez und Gaz de France gebilligt habe, sagte der französische Präsident Nicolas Sarkozy gegenüber GdF-Gewerkschaftsvertretern.Ob im Scherz gesagt oder nicht, die Bemerkungen unterstreichen Sarkozys Hang zu Interventionen. Es könnte so weit kommen, dass er mit GdF-Suez so umgeht wie Putin mit Gazprom.

Vielleicht war es ein Scherz. Vielleicht aber auch nicht. Auf jeden Fall hat sich Nicolas Sarkozy mit seiner Bemerkung gegenüber Gewerkschaftsvertretern von Gaz de France (GdF), er "verstaatliche Suez", in Szene gesetzt. Der französische Präsident wollte sich gegen Anschuldigungen wehren, er habe einer Privatisierung von GdF zugestimmt, als er grünes Licht für die Fusion zwischen dem Gasversorger und der belgisch-französischen Firma gegeben habe. Da der französische Staat schließlich einen Anteil von 35 Prozent an der fusionierten Gesellschaft halten wird, ist tatsächlich - auch hier - argumentiert worden, dass der Abschluss einer Teilverstaatlichung von Suez gleichkommt.

Und selbst wenn Sarkozy die Bemerkung nur im Spaß gemacht hat - was ja nicht sicher ist -, so kann sie dennoch als Geständnis gewertet werden. Schlimmer noch: Er hat den GdF-Gewerkschaftsvertretern auch gesagt, der französische Staat könnte seinen Anteil in Zukunft weiter erhöhen. Zweifellos wollte Sarkozy die sozialen Spannungen entschärfen, die zunehmen könnten, wenn am Donnerstag die Gewerkschaften des Öffentlichen Dienstes massive Transportstreiks veranstalten, um gegen seine Rentenreform zu protestieren. Aber selbst dann hätte er sich daran erinnern sollen, dass man immer schlecht beraten ist, wenn man sich der Menge anbiedert.

Die schlimmste Befürchtung ist, dass alles, was Sarkozy gesagt und getan hat - als Finanzminister vor zwei Jahren und als Präsident seit Juni -, bestätigt, dass er ein überzeugter Anhänger der Einmischung des Staates ist. Schlimm genug, dass die französische Regierung sieben Vertreter im 24 Mitglieder umfassenden Vorstand von GdF-Suez haben wird. Damit ist das Gremium zum einen aufgrund seiner schieren Größe gelähmt und zum anderen arbeitsunfähig, da der Staat möglicherweise ständig nachträglich Kritik üben wird. Es besteht die ernste Gefahr, dass Sarko GdF-Suez wie die kleine Gazprom vor seiner eigenen Haustür behandeln wird. Das weiß jetzt jeder.

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