Telekommunikation
Telefonica hat das Vertrauen der Anleger verdient

Cesar Alierta hat die Anleger mit einem alten Trick überrascht. Während des jährlichen Investorentags zauberte der Vorstandsvorsitzende des spanischen Telekomriesen ein dickes weißes Kaninchen aus dem Hut: Im kommenden Jahr soll die Dividende um 22 Prozent auf 1,40 Euro je Aktie steigen. Alierta stellte zudem en detail eine Flut von Zielen vor, die bis 2012 umgesetzt werden sollen. Dies alles mag ehrgeizig klingen. Doch die Investoren sollten Alierta einen Vertrauensvorschuss gewähren.
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Telefonica geht für das kommende Jahr von einem Gewinn je Aktie von 2,10 Euro aus. Damit bleibt das Unternehmen zwar am unteren Ende seiner vorherigen Einschätzungen, liegt aber dennoch weit über dem Mittel der Marktprognosen. Um dies erreichen zu können, wird der Telekomanbieter im nächsten Jahr seine Einnahmen um 3,5 Prozent ausweiten und gleichzeitig die Margen verbessern müssen, urteilt JP Morgan Research. Doch auch Gewinne aus Verkäufen von Vermögenswerten könnten dabei hilfreich sein.

Komplett außer Reichweite scheint das Ziel nicht zu liegen. Zwar hat die Rezession den Heimatmarkt Spanien, auf den mehr als ein Drittel der Gruppeneinnahmen entfällt, fest im Griff. Die Wirtschaft des Landes dürfte auch vor 2011 nicht wieder wachsen. Doch auf den anderen Märkten des Telekomgiganten hellt sich das Bild auf. Lateinamerika hat den Wirtschaftseinbruch besser als die meisten anderen Regionen überstanden. Auch wenn die Durchdringung auf dem Mobilfunksektor bereits hoch ist, bestehen noch Spielräume. In Europa sollte die Telefonica-Mobilfunktochter O2 in Großbritannien von der Konsolidierung auf diesem Markt profitieren, nachdem Orange und T-Mobile ein Gemeinschaftsunternehmen eingegangen sind. Außerdem kürzen die Spanier die Investitionen, was dazu beitragen wird, ihre Dividendenziele zu erreichen.

Trotz all der Skepsis des Markts haben sich die Aktien von Telefonica seit Beginn des Jahres besser geschlagen als die Papiere der Branchenkollegen. Nach der Anhebung der Jahresausschüttung liegt die Dividendenrendite der Gruppe bei 7,2 Prozent. Nehmen wir einmal an, die Titel würden plötzlich gemäß der durchschnittlichen Dividendenrendite des Sektors von 6,5 Prozent gehandelt, dann wären sie 21,50 Euro wert - und damit elf Prozent mehr als im Augenblick. Die Tatsache, dass Alierta für 2012 eine sogar noch ehrgeizigere Dividende von 1,75 Euro je Aktie anstrebt, sollte den Investoren die Zuversicht verleihen, dass er sich hundertprozentig sicher ist, seine Ziele erfüllen zu können. Sie sollten die Aktien daher getrost kaufen.

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