Telekommunikationsbranche
Deutsche Telekom: Risiken in den USA

Die deutsche Telekom scheint sein Größenproblem in Großbritannien durch ein Gemeinschaftsunternehmen mit einem größeren Wettbewerber zu lösen. Dies in den USA mit dem in Schwierigkeiten steckenden Wettbewerber Sprint Nextel nachzuahmen, wäre ungleich riskanter.
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Einheitsgrößen passen nicht jedem. In Großbritannien ist die Deutsche Telekom auf gutem Kurs, das Problem der zu geringen Größe durch ein Gemeinschaftsunternehmen mit der größeren France-Telecom-Tochter Orange zu lösen. Probleme mit einer zu geringen Größe hat die Deutsche Telekom auch in den USA, wo im letzten Jahr 23 Prozent des Konzernumsatzes und ein Betriebsgewinn (Ebitda) von 4,2 Milliarden Euro erzielt wurden. Der zwar größere, aber problembeladene US-Wettbewerber Sprint Nextel ist ein nahe liegender Partner. Es gibt aber gute Gründe für die Telekom, sich auch nach anderen Lösungen umzuschauen.

Schiere Größe kann helfen, ein kapitalintensives Geschäft wie die Telekommunikation profitabler zu machen. In Großbritannien ergibt drei plus vier eins, denn aus der Verbindung des drittgrößten und des viertgrößten Betreibers entsteht ein Marktführer. In den USA würde die Kombination von Sprint, der Nummer drei, und der Telekom-Tochter T-Mobile, die viertgrößter Anbieter am Markt ist, der zweitgrößte Betreiber resultieren, noch vor AT&T, aber hinter Verizon Wireless.

Größe ist aber nicht alles. Orange und T-Mobile etwa nutzen die gleiche Technologie, während eine Kombination aus Deutscher Telekom und Sprint drei inkompatible Technologien aufweisen würde. Sprint und Nextel lernten schon bei ihrer Fusion 2005, dass Technologie die Kosteneinsparungen dahinschmelzen lassen kann.

Die Deutsche Telekom will in den USA im Spiel bleiben, indem sie den überfälligen Ausbau ihres 3G-Hochgeschwindigkeitsnetzes beschleunigt. Diese Maßnahme trug dazu bei, den freien Cash-flow der gesamten Gruppe auf 1,7 Milliarden Euro in der ersten Jahreshälfte zu verringern, das ist etwa die Hälfte des Vorjahresniveaus. Der rote Zahlen schreibende, Kunden verlierende und hoch verschuldete Wettbewerber Sprint würde keine offensichtlichen Vorteile bieten.

Tatsächlich ist die Position der Deutschen Telekom als alleinstehender Anbieter zwar angespannt, aber nicht schrecklich. Der deutsche Netzbetreiber wächst immerhin noch, trotz der Anzeichen für eine zunehmende Sättigung des Marktes. Ein Partner könnte passender sein für 4G-Technologien der nächsten Generation, die sich schon am Horizont abzeichnen.

Die Deutsche Telekom erzielt noch immer eine Ebitda-Marge von 30 Prozent in den USA, das ist zweimal soviel wie in Großbritannien.Wenn es Telekom-Chef René Obermann nach Transaktionen gelüstet, könnte er besser damit fahren, sich nach kleineren, preisaggressiveren Anbietern wie etwa MetroPCS und Leap Wireless umzusehen. Das Integrationsrisiko wäre geringer. Wenn er jemanden fände, der eine ordentlichen Preis zu zahlen bereit ist, könnte sich die Deutsche Telekom sogar fragen, ob sie überhaupt in den USA präsent sein muss.

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