Terror
Bombay-Massaker: Ein Weckruf für die Märkte

Investoren haben geopolitische Risiken lange heruntergespielt. Doch die indischen Terrorattacken werden sie daran erinnern, dass Sicherheit ein Schwachpunkt in Schwellenländern ist.

Die indischen Terroranschläge sind ein Wendepunkt in der zerbrechlichen Geschichte des Subkontinents, vielleicht sogar für die globalen Märkte. Es sieht nicht so aus, als ob das Bombay-Massaker, bei dem mindestens 101 Menschen starben und 300 verletzt wurden, den indischen Aktienmarkt zusammenbrechen lassen wird. Doch zum ersten Mal haben islamische Extremisten sowohl Touristen als auch den Finanzdistrikt attackiert. Beides ist von entscheidender Bedeutung für Indiens Wachstum und sein internationales Ansehen. Investoren haben geopolitische Risiken lange heruntergespielt. Nach den Anschlägen auf das World Trade Centre in New York im Jahr 2001 stürzten die Aktienmärkte zwar ab, doch seitdem konnte Politik die Marktbewegungen auf dem Weg zu globalem Erfolg kaum behindern.

Sogar der Mord an der pakistanischen Oppositionsführerin Benazir Bhutto im Dezember 2007 bewegte die Aktien in einem traditionell volatilen Markt nur wenig. Sicherheit ist aber oft ein Schwachpunkt in Schwellenländern, und die Angst vor Gewalt kann grundsätzlich robuste Volkswirtschaften aus der Bahn werfen. Die Bombay-Anschläge werden mehr als nur politische Instabilität in die Kalkulation der Anleger bringen. Ausländer werden vier oder fünf Mal nachdenken, bevor sie Indien besuchen. Händler können überall arbeiten, aber internationale Banken und Unternehmen brauchen Leute vor Ort. Hochrangige Besucher werden künftig weniger gewillt sein, in erstklassigen Geschäftshotels wie dem Oberoi oder dem Taj Mahal abzusteigen, die im Zentrum der Anschläge standen. Schlimmer noch ist, dass die Aufruhr zu einer Zeit kommt, als freundliche Angebote aus Pakistan Hoffnungen genährt hatten, dass eine der wichtigsten Spannungslinien des Subkontinents entschärft werden könnte.

Die indische Regierung achtet vorsichtig darauf, den muslimischen Nachbarn nicht für die jüngsten Schreckenstaten verantwortlich zu machen, doch die Beziehungen sind noch immer abhängig davon, dass lokale Spannungen zwischen Hindus und Moslems nicht aufflackern. Internationale Anleger und Geschäftsleute können nicht erwarten, dass die indische Regierung eine vollkommene Harmonie der Religionen herstellt, doch sie wollen sehen, dass die Verantwortlichen mit einigem Erfolg zurückschlagen. Indien hat viel Arbeit damit, zu zeigen, dass es noch immer ein attraktiver Platz für Geschäfte ist.

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