Tesla: Auf kurvenreicher Strecke

Tesla
Auf kurvenreicher Strecke

Der Verluste schreibende Hersteller von Elektro-Sportwagen hat seine Skeptiker zwar schon oft widerlegt und seine Umweltreferenzen machen seine Autos für manchen Käufer zur Trophäe. Aber die Finanzen des Autobauers könnten für viele Investoren zu schwankungsanfällig sein.
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Tesla Motors dürfte seine potenziellen Aktionäre auf eine haarsträubende Abenteuerfahrt entführen. Der Hersteller von Elektrosportwagen aus dem Silicon Valley hat gerade bei der US-Wertpapieraufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) den Börsengang beantragt. Im vergangenen Jahr hat sich der Absatz des Autobauers stark verbessert, er sorgte für positive Schlagzeilen, während Detroit litt. Daher ist der Zeitpunkt für die Erstemission sicher gut gewählt. Aber für viele Investoren dürften die Finanzen der Firma zu schwankungsanfällig sein.

Da hilft es auch nicht gerade, dass Tesla Geld verliert, besonders da die Gruppe die Hoffnung hatte, im vergangenen Sommer die Gewinnschwelle zu erreichen. Allerdings ist es der Firma gelungen, in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahrs 2009 die Verluste auf 31,5 Mill. Dollar fast zu halbieren. Doch nun scheint ein größeres Problem auf das Greentech-Unternehmen zuzukommen: Es sieht so aus, als würde Tesla bald für ein Jahr oder darüber hinaus kein einziges Auto verkaufen können.

Denn ein nicht genannter Zulieferer wird im kommenden Jahr seine Fabrik umrüsten. Wenn dies eintritt, so hat Tesla beschlossen, den Bau der derzeitigen Version seines Roadster, der es hinsichtlich der Geschwindigkeit mit einem Ferrari aufnehmen kann, zu stoppen. Der Roadster ist das einzige Fahrzeug von Tesla, das teilweise von Lotus montiert wird.

Der Autobauer geht nicht davon aus, vor 2013 als frühestem Zeitpunkt mit der Produktion der nächsten Generation seines unverkennbaren Modells beginnen zu können. Eine neue Fahrzeugreihe, eine Limousine namens Model S, dürfte früher vom Band rollen, aber dennoch nicht vor 2012 zu kaufen sein.

Und das setzt voraus, dass es zu keinen Verzögerungen kommt. Allerdings geht aus dem Antrag an die SEC hervor, dass Tesla-Chef Elon Musk und dessen Kollegen den Entwurf des Model S noch nicht endgültig abgeschlossen haben. Weder wurde eine Produktionsstätte eingerichtet, noch der Fertigungsprozess festgelegt. Und kommt es beim Model S zu Rückschlägen, so wird sich auch die Entwicklung des neuen Roadster verzögern.

Darüber hinaus steht das Unternehmen unter Druck. Zusammen mit liquiden Mitteln über 100 Mill. Dollar und einem Kredit über 465 Mill. Dollar vom US-Energieministerium gehen die Führungskräfte des Unternehmens davon aus, dass die Erlöse aus der Erstemission es der Firma ermöglichen, sich zwei Jahre lang über Wasser zu halten.

Tesla hat Skeptiker schon oft widerlegt. Aufgrund seiner Referenzen als umweltfreundliches Unternehmen gelten seine Autos bei manchen Käufern als Trophäe. Und die erste Erstemission eines US-Autobauers seit dem Börsengang von Ford im Jahr 1956 ist schon ein echter Meilenstein. Aber da das junge Unternehmen zumindest in einem der beiden kommenden Jahre Cash verbrennen wird, erinnert der Börsengang von Tesla stark an die Dotcom-Ära. Vielleicht passt das ja gerade. Aber zumindest vorerst könnten sich die Aktien des futuristischen Autobauers für viele als zu rasant erweisen.

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