Teures Kapital
Barclays verschwendet Milliarden

Die Verstocktheit von Barclays kostet die Aktionäre der Bank zwei Mrd. Pfund Sterling. Diesen Betrag werden sie verlieren, weil sich der Board des Finanzinstituts dafür entschieden hat, sich lieber zu extrem kostspieligen Konditionen Kapital aus dem Mittleren Osten zu beschaffen anstatt in der britischen Heimat. Der Board hat es vermasselt.

Der Board von Barclays war sich superschlau vorgekommen, als er das Rettungsangebot der britischen Regierung ausgeschlagen hatte. Aber jetzt, drei Wochen später, sieht er plötzlich gar nicht mehr clever aus. Die Entscheidung, bei Investoren aus dem Mittleren Osten zu extrem kostspieligen Konditionen 5,8 Mrd. Pfund Sterling einzusammeln, hat den anderen Aktionären Kosten über zwei Mrd. Pfund aufgebürdet, wie aus einer Analyse von breakingviews hervorgeht.

Die Schläge kommen aus vier Richtungen. Der härteste besteht in dem Vorhaben von Barclays, Pflichtwandelanleihen über 2,8 Mrd. Pfund mit einem kräftigen Abschlag an Anleger aus Abu Dhabi und Katar zu verkaufen. Im Grunde verkauft das Finanzinstitut ihnen 1,83 Mrd. Aktien – nur dass sieben Monate dazwischen liegen, bis die Notes sich in Stammkapital verwandeln. Der Kurs, zu dem die Anleihen konvertiert werden, liegt bei 153 p. Aber wenn man berücksichtigt, dass diese Notes bis zu ihrer Wandlung einen Kupon von 9,75 Prozent abwerfen, dann wird Barclays lediglich 145 p erhalten.

Jetzt stellen wir uns einmal vor, was passiert wäre, wenn Barclays sich stattdessen auf den Rettungsvorschlag der britischen Regierung eingelassen hätte. Die Bank wäre in der Lage gewesen, dem Steuerzahler Aktien zu einem 8,5prozentigen Abschlag gegenüber ihrem damaligen Aktienkurs von 208 p verkaufen können – also zu 190 p. Wenn sie denselben Betrag von 1,83 Mrd. Aktien zu diesem höheren Kurs verkauft hätte, hätte sie zusätzlich 820 Mill. Pfund aufgenommen.

Den zweiten Schlag erhalten die Aktionäre wegen des großen Bergs an Warrants, den Barclays den Scheichs aus Abu Dabi und Katar in die Hände gedrückt hat. Diese Investoren erhalten die Möglichkeit, 1,52 Mrd. Aktien zu einem Kurs von 198 p zu kaufen. Das sieht vielleicht nicht nach einem Schnäppchen aus, da dieses Niveau über dem Kurs von 179 p liegt, auf den die Barclays-Aktien am Freitag gesunken waren. Aber den Scheichs bleiben fünf Jahre, um diese Option auszuüben. Und man erinnere sich: Es ist eine Option, keine Verpflichtung.

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