Thailand
Bhumibol Stuart

Die politische Unsicherheit droht Thailand ins Wirtschaftschaos zu stürzen. Gewaltbereite Demonstranten, die zum Teil durch König Bhumibol unterstützt werden, fordern die Abdankung der demokratischen thailändischen Regierung. Gut möglich, dass sich die monarchistischen Thais bald zwischen ihrem König und ihrer Wirtschaft entscheiden müssen.

Die politische Unsicherheit droht Thailand ins Wirtschaftschaos zu stürzen. Gewaltbereite Demonstranten, die zum Teil durch König Bhumibol unterstützt werden, fordern die Abdankung der demokratischen thailändischen Regierung. Gut möglich, dass sich die monarchistischen Thais bald zwischen ihrem König und ihrer Wirtschaft entscheiden müssen.

Schon seit 1932 hat Thailand den Status einer konstitutionellen Monarchie, aber die Demokratie wurde erst 1992 eingeführt - mit aktiver Unterstützung von Bhumipol, der zuvor hinter einer Reihe von militärischen Diktatoren stand. Nach drei Wahlen, vier Premierministern und der Finanzkrise des Jahres 1997, erreichte Thaksin Shinawatra im Jahr 2001 eine klare Mehrheit und wurde 2005 erneut im Amt bestätigt.

Thaksin genoss die Unterstützung der auf dem Land lebenden Thais, sah sich jedoch dem Widerstand der Bangkok-Elite, der gewerkschaftlich organisierten Linken, eines Großteils des Militärs und Bhumibols gegenüber. Nach einem Staatsstreich unter Zustimmung des Königs wurde Thaksins Partei im September 2006 verboten und er musste sein Amt aufgeben. Auch wenn die Anhänger Thaksins die Wahlen im Dezember 2007 gewinnen konnten, hat er sich für das Exil entschieden. In Thailand hätten er sich vor einer Gerichtsbarkeit gegen den Vorwurf der Korruption verantworten müssen, deren Richter von Bhumibol bestellt wurden.

Ökonomisch hat das politische Chaos nur geringen Schaden angerichtet. Thailands Wachstumsrate lag zwischen 2001 und 2005 bei durchschnittlich jährlich 6 Prozent, sank 2006, stieg aber 2007 erneut auf 6 Prozent - allerdings wird für 2008 und 09 mit einem geringeren Wachstum gerechnet. Die Inflationsrate von 9,2 Prozent ist im Wesentlichen auf die Preisexplosion an den Rohstoffmärkten zurückzuführen, aber die kurzfristigen Zinsen liegen deutlich im negativen Bereich. Bei einem nur geringfügigen Außenhandelsdefizit und einem kleinen Haushaltsdefizit scheinen die wirtschaftlichen Probleme Thailands zu bewältigen zu sein. Die Regierungen unter der Leitung von Thaksin und Samak Sundaravej haben hier ökonomische Kompetenz bewiesen.

Aber keine Wirtschaft kann auf Dauer mit massiven politischen Unsicherheiten und zivilen Unruhen fertig werden. Thailand ist in hohem Maße abhängig von ausländischen Investitionen, die mehr als 3 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt des Landes beitragen. Sie leiden mit Sicherheit unter den politischen Unwägbarkeiten. Die Instabilität ist offensichtlich vor allem auf die Weigerung des Königs zurückzuführen, die demokratisch gewählte Regierung zu unterstützen. Wenn er "konstitutionell" bleiben will, muss Bhumibol das Wahlergebnis akzeptieren und die daraus hervorgehenden Regierungen stützen, vor allem, wenn diese Regierungen ihren ökonomischen Sachverstand bewiesen haben. Wenn Bhumibol dazu nicht in der Lage ist, sollte er zurücktreten. Sein Erbe, Prinz Vajiralongkom, ist zwar wenig beliebt, hat aber ein besseres Verhältnis zu Thaksin als sein Vater. Damit scheint er die bessere Wahl.

King Bhumibol ist nur dem Namen nach "konstitutionell", seine Macht entspricht der von Englands Prinz Charles I. Er sollte aus dem Schicksal dieses Monarchen lernen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%