Tribune/Newsday
Onkel Sam Zell

Sam Zell hat vielleicht einen Weg gefunden, die Zeitung „Newsday“ an der Steuer vorbei zu verkaufen. Dies wäre nicht das erste Mal, dass er Onkel Sam austrickst: Auch Zells „Tribune“ zahlt keine Steuern. Es ist noch nicht ganz klar, ob der „Newsday“-Ansatz greift. Aber wenn doch, dann könnte Zell ihn nutzen, um andere Vermögenswerte abzustoßen.

Sam Zell trickst Onkel Sam anscheinend schon wieder aus. Als er die “Tribune” gekauft hat, hat er den Fiskus schon geschickt umgangen. Und jetzt sieht es so aus, als habe Zell einen Weg gefunden, die Zahlung von Steuern zu vermeiden, wenn er die zur „Tribune“ gehörende Zeitung „Newsday“ mit Sitz auf Long Island verkauft. Wenn er die „Newsday“, eines der kleineren Besitztümer der „Tribune“, mit Erfolg abstoßen kann, könnte er diesen Ansatz dazu nutzen, weitere Vermögenswerte, wie etwa die „Los Angeles Times“, die viermal so viel einbringen könnte, abzuladen.

Zell hat den Kauf der “Tribune” so strukturiert, dass die Firma über ein Programm zum Aktienbesitz der Mitarbeiter, kurz ESOP, eigentlich den Mitarbeitern gehört. Ihre Gewinne werden solange nicht besteuert, bis über das ESOP Zahlungen an die Mitarbeiter vorgenommen werden.

Aber diese Vorgehensweise begrenzt den unternehmerischen Spielraum Zells. Ganz besonders skeptisch zeigt sich die US-Steuerbehörde IRS bei Abschlüssen, die Gewinne aus dem ESOP umlenken. Eigentlich sollen die einfachen Mitarbeiter von der Steuerfreiheit profitieren. Wenn also Zell innerhalb von zehn Jahren nach seinem Kauf der „Tribune“ Vermögenswerte verkauft, muss das Unternehmen Steuern auf die Gewinne zahlen.

Aber was passiert, wenn Zell die Vermögenswerte gar nicht wirklich verkauft? Das ist genau die Taktik, über die er nachdenkt. Sie würde die Schaffung eines Gemeinschaftsunternehmens zwischen „Tribune“ und dem Käufer der Zeitung vorsehen. Drei Interessenten sind im Rennen - Rupert Murdochs News Corp, Mort Zuckerman, der Eigentümer der “New York Daily News“, und Cablevision Systems, der Kabelfernsehanbieter auf Long Island. Zell wird an dem Joint Venture nur geringfügig beteiligt sein, den Rest hält der Käufer. Das Gemeinschaftsunternehmen wird dann den vereinbarten Kaufpreis ausleihen und der „Tribune“ eine Dividende zahlen.

Es ist noch nicht ganz klar, ob Zell mit diesem Deal durchkommt. Schließlich ist er unfair gegenüber den Angestellten – und gegenüber anderen Unternehmen, die ihre Steuern zahlen. Aber die „Tribune“ muss einen riesigen Schuldenberg bedienen. Zell hat anscheinend einen cleveren Weg gefunden, sie über Wasser zu halten, zumindest für eine Weile. Und wenn er Erfolg hat, könnte er diesen Ansatz anwenden, um andere Vermögenswerte der „Tribune“ zu verkaufen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%